Aus für Spritpreisbremse: Wird das Tanken jetzt teurer?
Mit dem morgigen Tag endet in Österreich die staatliche Spritpreisbremse. Damit fällt die Entlastung von zehn Cent pro Liter weg. Die Regierung verhandelt aktuell.
Für tausende Pendler in Österreich ist es eine Hiobsbotschaft: Die Spritpreise an den Zapfsäulen dürften ab morgen spürbar anziehen. Laut Europäischer Kommission liegen die Nettopreise für Benzin bereits jetzt rund 30 Prozent über dem Niveau von vor zwei Monaten, bei Diesel sind es sogar rund 50 Prozent. Während die Regierung noch über Nachfolgemodelle verhandelt, schlagen Autofahrerclubs und Gewerkschaften Alarm.
Wie findest du die Spritpreisbremse?
ÖAMTC: „Volkswirtschaftliche Verwerfung“
Der Mobilitätsclub ÖAMTC fordert die Bundesregierung eindringlich auf, die Bremse über den April hinaus zu verlängern. Experte Martin Grasslober warnt, dass die Preise international genau unter die Lupe genommen werden müssten: „Die von der Bundesregierung selbstgewählte Definition spricht dafür, die Spritpreisbremse fortzuführen.“ Skeptisch zeigt sich der Club gegenüber der von Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer ins Spiel gebrachten „Preis-runter-Garantie“ – hier fehle bisher eine seriöse Begutachtung, heißt es.
ÖGB: „Schlag gegen Beschäftigte“
Für ÖGB-Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth ist das Auslaufen der Maßnahme völlig inakzeptabel. Besonders die mobile Pflege oder Familien, die auf das Auto angewiesen sind, würden im Stich gelassen werden. Der ÖGB wirft den Mineralölkonzernen vor, auf Kosten der Bevölkerung Übergewinne abzusichern. Die Margenbegrenzung müsse bleiben, um „Preisexzesse“ zu verhindern, heißt es.
Wirbel um Klimaticket und Pendler-Hürden
Passend zur Teuerungswelle bei Treibstoffen sorgt auch das öffentliche Verkehrsnetz für Diskussionen. Josef Hager von der Pendlerinitiative Österreich kritisiert aktuell, dass das Klimaticket für die Ostregion ausgerechnet in Niederösterreich teils schwer zu erwerben sei. Wer den Umstieg auf Öffis fordert, müsse den Zugang so einfach wie möglich gestalten, heißt es. Solange das nicht flächendeckend funktioniere, sei die Verlängerung der Spritpreisbremse für Pendler überlebenswichtig.