Pensionisten kampfbereit: „Wenn es ums Sparen geht…“
Die Eckpunkte des kommenden Doppelbudgets stehen, mit dabei sind auch Sparmaßnahmen bei den Pensionserhöhungen. Seniorenvertreter geben sich auf Nachfrage von 5 Minuten dennoch weiter kampfbereit und fordern eine volle Abgeltung.
Montagabend, am 27. April 2026, hat die Regierungsspitze mit Finanzminister Markus Marterbauer die Eckpunkte zum Doppelbudget für die kommenden beiden Jahre bekanntgegeben. Alles dazu hier: Lohnnebenkosten sinken: Regierung beschließt 5-Milliarden-Doppelbudget. Dabei wurden auch Kürzungen bei den kommenden beiden Pensionserhöhungen angesprochen. Diese sollen jeweils um ein Viertelprozent unterhalb der Inflation ausfallen.
Dieses Modell schlägt das Sozialministerium vor
Wie das genau aussehen könnte und wird, wird in den nächsten Wochen ausgearbeitet. Das Sozialministerium hat gegenüber dem „Standard“ jedenfalls bereits ein mögliches Modell skizziert, wonach bis zu einer Bruttopension von 3.000 Euro die Inflation voll abgegolten werden würde und danach um einen Fixbetrag von 99 Euro erhöht wird. Ein ähnliches Modell hat es auch für die Erhöhungen 2026 gegeben. Alles dazu auch hier: Pensionserhöhung 2026: Neue Tabelle zeigt, wie viel mehr du bekommst. Was die Seniorenvertreter, die in den kommenden Gesprächen eingebunden sein sollen, davon halten? Wir haben nachgefragt.
Wie viel Pension bekommst du netto?
Pensionistenvertreter fordern weiter volle Inflationsabgeltung für alle
So meinen etwa Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec und der Pensionistenverband Österreich (PVÖ) und dessen Präsidentin Birgit Gerstorfer gegenüber 5 Minuten, dass die Forderung nach einer vollen Inflationsabgeltung für alle Pensionisten hierzulande aufrecht bleiben. „Wir haben auch immer betont, dass der Beitrag zur Konsolidierung solidarisch und gerecht von allen geleistet werden muss“, so Korosec, die darauf hinweist, dass Senioren bis zum Ende der Legislaturperiode über rund 8,4 Milliarden Euro beitragen würden. Für ein faires und ausgewogenes Ergebnis werde man in jedem Fall kämpfen. „Und wenn es ums Sparen geht: Es gibt genügend Sparpotential in den Strukturen“, weiß die Seniorenbund-Präsidentin. So etwa „die ‚Finanzierung aus einer Hand‘ im Gesundheitssystem, die ich seit vielen Jahren fordere“.
Seniorenvertreter über Eckpunkte von Doppelbudget davor informiert
Seitens des PVÖ erklärt man außerdem noch, dass es im Vorfeld der Bekanntgabe zwar Gespräche mit den Seniorenvertretern gegeben hatte, man in diesen allerdings nur über die Eckpunkte informiert wurde, „aber nicht als gleichberechtigte Verhandlungspartner in die endgültige Entscheidung eingebunden“ gewesen sei. Das oben angesprochene und vom Sozialministerium dargestellte Modell sei „im Vergleich zu einer pauschalen Kürzung ein Teilerfolg“. Dennoch würden damit nicht die Forderungen nach einer vollen Inflationsabgeltung erfüllt werden.
„Es bleibt dabei: Jeder Viertelprozentpunkt unter der Teuerung ist realer Kaufkraftverlust, trifft auch mittlere Pensionen und untergräbt das Vertrauen in die langfristige Wertgesichertheit der Pensionen.“
PVÖ gegenüber 5 Minuten
Was, wenn die Pensionen dennoch nicht voll erhöht werden?
Auf die Frage hin, welches Modell aus Sicht des PVÖ am besten wäre, sollte man eine volle Anpassung nicht durchsetzen können, meint man, dass in einem solchen Fall Modelle vorzuziehen seien, „die kleine und mittlere Pensionen bestmöglich schützen und möglichst vielen Pensionistinnen und Pensionisten eine volle Abgeltung sichern“. Eine wie vom Sozialministerium vorgeschlagene Lösung sei „sozial deutlich sinnvoller als ein pauschaler, prozentueller Abschlag auf alle Pensionen, weil sie die große Mehrheit der Bezieherinnen und Bezieher vor stärkeren Einbußen schützt.“ Dennoch fordert und kämpft man freilich weiter um die volle Inflationsabgeltung für alle.
„Entscheidend, was am Ende bei den Menschen ankommt“
Bei einem ist man sich nämlich sicher: „Für uns ist entscheidend, was am Ende bei den Menschen ankommt. Pensionistinnen und Pensionisten dürfen nicht noch einmal einseitig zur Budgetkonsolidierung herangezogen werden.“ Insbesondere bei kleineren oder mittleren Pensionen spricht man davon, diese vor einem weiteren Kaufkraftverlust zu schützen. Die anstehenden Gespräche werde man „geschlossen und mit Nachdruck“ führen, auch Protestmaßnahmen schließt man nicht aus. Jedenfalls dann, wenn sich zeigen sollte, „dass die konkrete Ausgestaltung zu einer unzumutbaren zusätzlichen Belastung der älteren Generation führt“, so der PVÖ gegenüber 5 Minuten abschließend.