„Kein seriöses Angebot“ – Tausende Beschäftigte warten auf mehr Lohn
Auch in der fünften Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag in der Papierindustrie kam es zu keiner Einigung, jetzt werden weitere Maßnahmen überlegt.
In der fünften Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag der rund 7.500 Beschäftigten in der Papierindustrie hat es erneut keine Einigung gegeben. Die Arbeitgeber haben dabei folgendes Angebot vorgelegt: Die KV-Mindestgehälter und -löhne sollen um 1,8 Prozent steigen. Die IST-Gehälter und -Löhne sollen um 2,0 Prozent angehoben werden, allerdings maximal um 100 Euro. Für Betriebe mit negativem EBIT ist eine Erhöhung der IST-Löhne und -Gehälter um 2,0 Prozent, jedoch maximal 60 Euro vorgesehen. Zusätzlich soll es für positiv bilanzierende Betriebe eine Einmalzahlung in der Höhe von 500 Euro geben.
KV-Verhandlung: „Das ist das Gegenteil von Wertschätzung“
Für die Gewerkschaften GPA und PRO-GE ist dieses Angebot weiterhin nicht akzeptabel, weshalb nun Betriebsversammlungen in ganz Österreich folgen sollen. „Das ist kein seriöses Angebot, sondern eine Mogelpackung. Was auf den ersten Blick wie ein Verhandlungsvorschlag aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Fleckerlteppich voller Ausnahmebestimmungen, die für uns in dieser Form nicht akzeptabel sind“, betonen die Verhandler auf Arbeitnehmer-Seite, Walter Kogler (GPA) und Wolfgang Cerne (PRO-GE). Außerdem fällt die durchschnittliche Erhöhung der Gehälter und Löhne geringer aus als im letzten Angebot der Arbeitgeber. „Die Beschäftigten haben sich eine faire Abgeltung ihrer Leistung verdient. Stattdessen wird ihnen ein verschlechtertes Angebot vorgelegt – das ist das Gegenteil von Wertschätzung“, so Kogler und Cerne weiter.
Nächste Verhandlungsrunde am 21. Mai
Daher werden die Beschäftigten der Branche nun in Betriebsversammlungen über den aktuellen Verhandlungsstand informiert und über weitere Maßnahmen beraten. „Es liegt an den Arbeitgebern, ihre aktuelle Vorgehensweise zu überdenken und damit den Weg für einen sozialpartnerschaftlichen Kompromiss freizumachen. Andernfalls sind auch wir bereit, den Druck zu erhöhen“, betonen die Gewerkschafter abschließend. Die Gewerkschaften GPA und PRO-GE fordern weiterhin einen Ausgleich der Teuerungsrate von 3,35 Prozent. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 21. Mai 2026 in Graz statt.