„Gehaltskürzung“: Neue Tabelle zeigt, was diesen Österreichern droht
Das Doppelbudget für die kommenden beiden Jahre bringt auch eine langsame Angleichung der Arbeitslosenversicherungs-Beiträge für Niedrig- und Geringverdiener. Was das Netto konkret bedeutet, zeigt jetzt eine Tabelle hier bei uns.
Derzeit zahlen Menschen in Österreich, die einer Arbeit nachgehen, bis zu einem gewissen Bruttogehalt nicht oder nur zum Teil in die Arbeitslosenversicherung ein, sind gleichzeitig aber versichert. Nicht eingezahlt wird von jenen Arbeitnehmern, die bis zu 2.225 Euro brutto verdienen, bis 2.427 Euro brutto wird ein Prozent eingezahlt, bis 2.630 Euro brutto zwei Prozent. Liegt man über diesem Bruttoeinkommen, wird ein Arbeitslosenversicherungs-Beitragssatz von 2,95 Prozent fällig. Mit dem kommenden Doppelbudget soll mit dieser Unterscheidung aber Schluss sein, ab 2027 steht eine schrittweise Angleichung der Sätze auf 2,95 Prozent an. Betroffen sind laut Wifo knapp eine Millionen Menschen hierzulande, den größten Teil davon machen wohl Frauen aus.
Wann neue Arbeitslosenversicherungs-Regel in Kraft treten soll
Für neue Arbeitsverhältnisse soll dieser Beitragssatz mit 2027 schon sofort gelten, bereits bestehenden Jobs wird das Gehalt wohl nicht sofort runtergekürzt, hier ist eine Übergangsfrist von mehreren Jahren geplant. Wie diese aussehen soll, ist derzeit noch unklar und wird wohl in den kommenden Wochen bis zur Budgetrede des Finanzministers am 10. Juni ausgearbeitet werden. Übrigens: Die einheitlichen Sätze sind keine Neuheit, diese hat es bis 2008 auch schon gegeben, erst danach wurden Sonderregelungen für niedrige Gehälter eingeführt. Insgesamt müssen übrigens 5,9 Prozent an Arbeitslosenversicherungs-Beiträgen bezahlt werden. Diese werden auf Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen (je 2,95 Prozent) aufgeteilt.
Netto-Minus: Was Betroffene jetzt konkret erwartet
Für Betroffene bedeutet das definitiv deutlich weniger Netto vom Brutto, wie Bernhard Angeler, der das online-Tool „rechner.at“ betreibt, gegenüber 5 Minuten erklärt: „Die Maßnahme betrifft Einkommen bis 2.630 Euro. Am stärksten wirkt sie bei rund 2.180 Euro brutto, hier liegt das monatliche Minus bei etwa 51 Euro.“ Doch auch bei niedrigeren Gehältern ist das Netto-Minus durchaus beachtenswert. Verdient man 1.500 Euro brutto, bedeutet das bei den vollen 2,95 Prozent ein monatliches Netto-Minus von rund 44 Euro.
Wie viel Gehalt bekommst du im Monat netto?
Tabelle zeigt Auswirkungen auf Netto-Gehälter
Angeler hat exklusiv für 5 Minuten nun einige Werte berechnet, die ihr in der folgenden Tabelle sehen könnt. Zu beachten ist dabei, dass es sich um eine Modellrechnung handelt, dass die Beiträge in bereits bestehenden Jobs wohl nicht direkt 2027 so stark ansteigen werden und dass vor allem bei Einkommen unter 1.500 Euro brutto die Negativsteuer greift, weshalb diese Einkommen (noch) nicht in der Tabelle beachtet werden. Sie erhalten im Rahmen des Steuerausgleichs nämlich eine Gutschrift, durch die ein Teil der Sozialversicherungsbeiträge rückerstattet werden, so Angeler.
| Brutto | Netto 2026 | Netto NEU | Netto-Minus monatlich |
| 1.500 Euro | 1.269 Euro | 1.225 Euro | 44 Euro |
| 1.600 Euro | 1.352 Euro | 1.307 Euro | 46 Euro |
| 1.700 Euro | 1.420 Euro | 1.380 Euro | 40 Euro |
| 1.800 Euro | 1.488 Euro | 1.445 Euro | 42 Euro |
| 1.900 Euro | 1.556 Euro | 1.511 Euro | 45 Euro |
| 2.000 Euro | 1.623 Euro | 1.576 Euro | 47 Euro |
| 2.100 Euro | 1.691 Euro | 1.641 Euro | 50 Euro |
| 2.180 Euro | 1.745 Euro | 1.694 Euro | 51 Euro |
| 2.200 Euro | 1.757 Euro | 1.707 Euro | 50 Euro |
| 2.300 Euro | 1.800 Euro | 1.769 Euro | 31 Euro |
| 2.400 Euro | 1.859 Euro | 1.826 Euro | 33 Euro |
| 2.500 Euro | 1.900 Euro | 1.883 Euro | 17 Euro |
| 2.600 Euro | 1.957 Euro | 1.940 Euro | 17 Euro |
Auch Pensionisten müssen „mithelfen“
Das kommende Doppelbudget hat aber nicht nur Auswirkungen auf Niedrig- und Geringverdiener. Auch Pensionisten werden wieder teilweise verzichten müssen, werden bei ihnen die kommenden beiden Erhöhungen doch im Schnitt um einen Viertelprozent unter der Inflation ausfallen. Wie das aussehen wird, also ob beispielsweise eine Staffelung angedacht wird, wird nun in den kommenden Wochen verhandelt. Alles dazu auch hier: Jetzt fix: Auch Österreichs Pensionisten müssen wieder blechen.