Wird Alkohol teurer? Steuerpläne sorgen für Kritik
In Österreich soll die Steuer für Alkohol um 30 Prozent erhöht werden. Damit möchte die Regierung mehr Einnahmen erzielen. Doch Experten warnen vor den Folgen, vor allem für Gastro und Tourismus.
Eine mögliche Erhöhung der Alkoholsteuer, nämlich um 30 Prozent, sorgt in der Branche aktuell für massive Kritik. „Mit einer Steuerbelastung von bereits 12 Euro pro Liter Alkohol sind Spirituosen heute schon Spitzenreiter bei den Abgaben. Eine weitere Erhöhung um 30 Prozent wäre ein deutlicher Schlag für die heimische Spirituosenbranche und ihre Beschäftigten“
, erklärt Katharina Koßdorff, Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie.
Erhöhung der Steuer wurden keine Einnahmen bringen
Alkoholische Getränke würden jetzt schon etwa 45 Prozent des gesamten Steueraufkommens ausmachen, und das, obwohl sie nur rund 14 Prozent des Konsums ausmachen. Eine weitere Erhöhung würde laut Branche vor allem den Markt belasten und kaum zusätzliche Einnahmen für den Staat bringen. So war es etwa bei der letzten Steuererhöhung im Jahr 2014 (+20 Prozent) so, dass es zu einem deutlichen Markteinbruch von rund 1 Million Liter pro Jahr kam. Erst acht Jahre später, nämlich 2022, konnte das Niveau von 2014 wieder erreicht werden.
Die Österreicher trinken weniger Alkohol
Auch der Alkoholkonsum geht seit Jahren zurück, während alkoholfreie Alternativen im Trend liegen. Eine neuerliche Steueranhebung würde daher keinen spürbaren Beitrag zur Budgetsanierung leisten, sehr wohl aber die heimischen Betriebe und Arbeitsplätze auf dem preissensiblen Markt gefährden.
Wie ist dein Alkoholkonsum?
Steuererhöhung bei Alkohol hat Auswirkungen auf Tourismus und Gastro
Zusätzlich wird vor einer Marktverzerrung gewarnt, da kleinere Abfindungsbrennereien deutlich weniger Steuer zahlen als große Hersteller. Auch Tourismus und Gastronomie könnten laut Kritikern unter höheren Preisen leiden, da Spirituosen ein fixer Bestandteil des Angebots sind. Höhere Preise würden nur den Urlaub in Österreich im direkten Vergleich mit Nachbarländern teurer machen: In Italien zum Beispiel liegt der Steuersatz mit 10,36 Euro je Liter reinen Alkohols deutlich unter dem österreichischen Niveau. Die negativen Folgen könnten somit die gesamte Wertschöpfungskette treffen: vom Lebensmittel- und Spirituosenfachhandel über Gastronomie und Hotellerie am Tourismusstandort Österreich.
„Eine Steuererhöhung um 30 Prozent auf Spirituosen ist keine Budgetlösung „
Die Branche argumentiert außerdem, dass gesundheitspolitische Ziele besser durch Prävention und Bewusstseinsbildung erreicht werden könnten als durch weitere Steuererhöhungen. „Eine Steuererhöhung um 30 Prozent auf Spirituosen ist keine Budgetlösung – sie ist ein Schlag gegen heimische Arbeitsplätze am Produktions- und Tourismusstandort Österreich. Das haben wir 2014 bereits gelernt“, so die Expertin abschließend.