Kerosinpreise belasten: AUA schließt Kurzarbeit nicht aus
Die Austrian Airlines bleibt trotz guter Auslastung im ersten Quartal tief in den roten Zahlen. Nach hohen Verlusten und steigenden Kosten stellt das Management weitere Einsparungen in Aussicht.
Die Austrian Airlines (AUA) hat im ersten Quartal 2026 trotz gestiegener Nachfrage ein deutlich negatives Ergebnis eingeflogen. Nach Unternehmensangaben belief sich der operative Verlust auf über 100 Millionen Euro. Zwar waren die Maschinen besser ausgelastet als im Vorjahr, gleichzeitig belasteten jedoch hohe Kosten, insbesondere für Treibstoff, das Ergebnis.
Sommergeschäft bringt keine Entspannung
Für die Sommermonate erwartet das Unternehmen weiterhin eine stabile Buchungslage und keine Einschränkungen im Flugplan ab Wien-Schwechat. Gleichzeitig bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Die stark gestiegenen Kerosinpreise führen laut Airline zu erheblichen Mehrbelastungen im laufenden Jahr.
Unsicherheit für Herbstplanung
Wie es nach der Hauptreisezeit weitergeht, ist offen. Die Konzernführung verweist auf geopolitische Unsicherheiten, insbesondere im Zusammenhang mit der Situation im Nahen Osten. Je nach Entwicklung seien zusätzliche Sparmaßnahmen im Herbst möglich. Auch der Einsatz von Kurzarbeit werde nicht ausgeschlossen und geprüft, so AUA-Chefin Anette Mann gegenüber der APA. Mann betonte aber, dass es noch zu früh für konkrete Entscheidungen sei. Man bereite sich zwar auf unterschiedliche Szenarien vor, bevorzuge jedoch zeitlich begrenzte Lösungen, um Personal langfristig im Unternehmen halten zu können.
Kosten steigen deutlich – Preise angepasst
Allein im Konzern könnten die Treibstoffkosten in diesem Jahr um einen dreistelligen Millionenbetrag höher ausfallen als ursprünglich kalkuliert. Als Reaktion wurden Ticketpreise bereits angehoben. Laut Unternehmensführung akzeptieren viele Kundinnen und Kunden die höheren Preise, buchen jedoch kurzfristiger als früher.
Flotte und Personal bleiben auf Wachstumskurs
Trotz der wirtschaftlichen Belastungen will die AUA an langfristigen Projekten festhalten. Weder Flottenmodernisierung noch laufende Investitionen seien derzeit gefährdet. Auch Neueinstellungen in Bereichen wie Cockpit, Kabine und Technik sollen fortgesetzt werden. Ende März beschäftigte die Airline rund 6.150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Auswirkungen geopolitischer Krisen spürbar
Die aktuelle Lage im Nahen Osten wirkt sich weiterhin auf das Streckennetz aus. Mehrere Destinationen werden derzeit nicht angeflogen, darunter Ziele wie Tel Aviv, Amman oder Teheran. Einige dieser Verbindungen könnten frühestens im Sommer wieder aufgenommen werden, abhängig von der Sicherheitslage.
Starke Nachfrage auf Europa-Strecken
Freigewordene Kapazitäten werden im Sommer verstärkt auf stark nachgefragte europäische Destinationen umgeleitet. Dazu zählen unter anderem Palma de Mallorca, Barcelona, Nizza oder Dubrovnik. Insgesamt plant die AUA rund 800 zusätzliche Flüge im Sommerprogramm, um die Nachfrage in touristischen Märkten zu bedienen.