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/ ©Sora Shimazaki/Pexels
Foto auf 5min.at zeigt einen Hacker.
Im Dark Web werden gestohlene österreichische Konten, Ausweise und Zahlungsdaten oft schon für wenige Dollar angeboten.

Datenklau: Österreicher-Daten im Dark Web verkauft

Vom Reisepass bis zum Netflix-Login: Gestohlene österreichische Daten werden im Dark Web oft um nur wenige Dollar gehandelt. Eine neue Analyse zeigt, wie billig digitale Identitäten mittlerweile geworden sind.

von Julia Waldhauser Teamfoto von 5min.at: Julia Waldhauser ist für die Online-Redaktion Graz tätig.
3 Minuten Lesezeit(504 Wörter)
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Die eigene digitale Identität ist offenbar weniger wert, als viele glauben. Das Cybersicherheitsunternehmen NordVPN hat gemeinsam mit der Plattform NordStellar fast 75.000 Angebote auf Dark-Web-Marktplätzen untersucht. Das Ergebnis: Ein komplettes österreichisches „Fullz“-Paket – also persönliche Daten, die für Identitätsdiebstahl ausreichen – kostet im Median nur 90 US-Dollar. Einzelne Konten oder Zahlungsdaten gibt es sogar deutlich billiger.

„Jedes Online-Konto hat im Dark Web seinen Preis“

Besonders auffällig: Gestohlene österreichische Zahlungskarten werden bereits ab 3,75 US-Dollar verkauft. Auch Streaming-Konten landen günstig auf illegalen Marktplätzen. Ein Netflix-Zugang kostet im Median nur 4,55 US-Dollar. Spotify-Konten werden für rund 28 US-Dollar gehandelt. „Jedes Online-Konto hat im Dark Web seinen Preis“, erklärt Marijus Briedis, CTO bei NordVPN. „Streaming-Abos, E-Mail-Zugänge, Bank-Logins, Social-Media-Profile. Die meisten Menschen wären überrascht, wie wenig es Kriminelle kostet, ihre gesamte digitale Identität zu kaufen.“

Reisepässe und Ausweise gefragt

Nicht nur Konten stehen im Fokus von Kriminellen. Auch österreichische Ausweise und Reisepässe werden laut Analyse gehandelt. Digitale Scans österreichischer Reisepässe kosten im Median 35 US-Dollar. Physische Reisepässe starten bei rund 450 US-Dollar und können laut Untersuchung sogar bis zu 2500 US-Dollar erreichen. Ein digitaler österreichischer Führerschein wird im Median ebenfalls für 35 US-Dollar angeboten. Staatliche Ausweise kosten je nach Art zwischen 10 und 125 US-Dollar. Physische IDs erzielen deutlich höhere Preise.

Firmenkonten besonders interessant

Auch Unternehmensdaten geraten zunehmend ins Visier. Laut NordVPN fanden Experten 101 Angebote österreichischer Geschäfts-E-Mail-Konten im Dark Web. Besonders gefragt seien Office-365-Konten. Diese werden im Median für 27,50 US-Dollar verkauft. Der Grund: Solche Konten können Kriminellen den Einstieg in ganze Firmennetzwerke ermöglichen. Sogenannte „Initial Access Broker“ spezialisieren sich darauf, Sicherheitslücken auszunutzen und den Zugang anschließend weiterzuverkaufen. Europa zählt dabei laut Analyse zu den Hauptzielen. Nur in Nordamerika wurden noch mehr Geschäfts-E-Mail-Konten gefunden.

Facebook, TikTok und Krypto-Zugänge

Auch Social-Media-Konten bringen Geld. Gestohlene Facebook-Konten kosten laut Untersuchung rund 38 US-Dollar und machen etwa 40 Prozent aller angebotenen Social-Media-Accounts aus. TikTok-Konten liegen bei etwa 60 US-Dollar, Snapchat bei rund 34,50 US-Dollar. Besonders teuer sind Zugänge zu Kryptobörsen. Ein kompromittiertes Coinbase-Konto kostet im Median 107,50 US-Dollar, Binance-Konten sogar rund 160 US-Dollar. Laut Experten können Kriminelle damit direkt auf Geld zugreifen, ohne aufwendige Geldwäsche betreiben zu müssen. Sogar Shopping-Konten werden verkauft. Für ein gestohlenes Amazon-Konto werden etwa 50 US-Dollar verlangt.

„Viele glauben, vom Identitätsdiebstahl nicht betroffen zu sein“

NordVPN empfiehlt für jedes Konto ein eigenes Passwort und die Nutzung eines Passwort-Managers. Zusätzlich sollte überall dort, wo es möglich ist, die Multi-Faktor-Authentifizierung aktiviert werden. Außerdem raten Experten dazu, möglichst wenige persönliche Daten online preiszugeben und Kontoauszüge regelmäßig zu kontrollieren. Schon kleine, unerwartete Abbuchungen könnten ein erstes Warnsignal sein. „Viele Menschen glauben, vom Identitätsdiebstahl nicht betroffen zu sein, oder sie merken es erst, wenn es bereits zu spät ist“, sagt Briedis. „Dabei könnten persönliche Daten längst zum Verkauf stehen, ohne dass man es bemerkt – es sei denn, man prüft aktiv nach.“

Das kosten österreichische Daten im Dark Web

  • Zahlungskarte: ab 3,75 US-Dollar
  • Netflix-Konto: 4,55 US-Dollar
  • Spotify-Konto: 28 US-Dollar
  • Facebook-Konto: rund 38 US-Dollar
  • Snapchat-Konto: rund 34,50 US-Dollar
  • TikTok-Konto: rund 60 US-Dollar
  • Amazon-Konto: rund 50 US-Dollar
  • Office-365-Geschäftskonto: 27,50 US-Dollar
  • Digitaler Reisepass: rund 35 US-Dollar
  • Physischer Reisepass: 450 bis 2.500 US-Dollar
  • Digitaler Führerschein: rund 35 US-Dollar
  • Digitale staatliche ID: 10 bis 125 US-Dollar
  • Physische ID: 628 bis 1.897 US-Dollar
  • Komplettes „Fullz“-Paket: ab 15 US-Dollar, Median: 90 US-Dollar
  • Coinbase-Konto: 107,50 US-Dollar
  • Binance-Konto: rund 160 US-Dollar

Quelle: NordVPN/NordStellar, Analyse von Dark-Web-Marktplätzen (Jänner 2025 bis Februar 2026).

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