960.000 Euro: Betrüger haben Gold und Geld an Steuer vorbei geschmuggelt
Eine gezielte Aktion des Finanzamts, die bereits Mitte April stattgefunden hat, hat eine massive Bilanzfälschung bei einem illegalen Geldtransfer-Netzwerk aufgedeckt.
Die Tatverdächtigen haben dabei vergeblich versucht, ihre illegalen Vermögenswerte in den Räumlichkeiten eines angrenzenden Elektrohandels zu verstecken. Was nun folgt: Weitreichende Ermittlungen wegen schweren Betrugs, Geldwäsche und möglicher Terrorfinanzierung, so das Finanzministerium in einer Aussendung. Gegenüber 5 Minuten erklärt man noch, dass sich der Fall in Wien ereignet hat.
Privatausgaben wurden illegalerweise von Steuer abgesetzt
Den Stein ins Rollen hat eine abgabenbehördliche Prüfung gebracht, bei der man auf eine massiv manipulierte Buchhaltung gestoßen ist. In dieser gab es gravierende Widersprüche wie etwa unplausiblen, negativen Lagerbeständen. Außerdem wurden auch Vermögenswerte systematisch falsch bewertet, es gab auch fiktive Stornobuchungen. Daraufhin haben die Prüfer eine rechtskonforme Schätzung der tatsächlichen Erlöse vorgenommen und zahlreiche Privatausgaben, die illegalerweise von der Steuer abgesetzt werden sollten, konsequent gestrichen. Der Steuerschaden, der dadurch entstanden ist? 960.000 Euro.
„Weitaus größere kriminelle Dimension“ hat sich offenbart
Doch damit nicht genug hat sich im Zuge der Ermittlungen eine noch „weitaus größere kriminelle Dimension“ offenbart, heißt es aus dem Ministerium. So soll das überprüfte Geschäftsumfeld als Fassade für weitreichende illegale Finanzgeschäfte gedient haben. Außerdem hätten die Beschuldigten einen völlig undokumentierten Goldhandel an der Steuer vorbei betrieben und das informelle Hawala-System für unkontrollierte Geldtransfers genutzt. Um sich Kontrollen zu entziehen, wurde eben systematisch das illegale Gold und Bargeld aus dem Juweliergeschäft ins dazugehörige Lokal eines Elektrohändlers gebracht.
Vorgehen der Tatverdächtigen konnte schließlich durchkreuzt werden
Beim koordinierten Zugriff Mitte April konnte man dann das Vorgehen der Tatverdächtigen doch durchkreuzen und rund 960.000 Euro noch vor Ort erfolgreich sichern. „Die akribische Arbeit im Finanzamt Österreich hat dazu geführt, dass hier ein Betrugsnetzwerk aufgedeckt werden konnte. Neben dem Abgabenbetrug kommt es darüber hinaus zu weitreichende Ermittlungen wegen schweren Betrugs, Geldwäsche und möglicher Terrorfinanzierung. Betrugsbekämpfung ist eine Frage der Gerechtigkeit, daher gilt: Null Toleranz für Steuer- und Abgabenbetrug“, sagt Finanzminister Markus Marterbauer abschließend.