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Ein Bild auf 5min.at zeigt Lebensmittel auf dem Kassenband eines Supermarktes.
Die Mehrwertsteuer wird im Juli auf gewisse Produkte gesenkt, der Handel fordert nun schnell klare Richtlinien.

„Nicht zu schaffen“: Handel vor große Herausforderungen gestellt

Mit 1. Juli 2026 soll die Mehrwertsteuer auf ausgewählte Grundnahrungsmittel gesenkt werden. Dass ein konkreter Gesetzestext aber nach wie vor fehlt, macht dem Lebensmittelhandel zu schaffen.

von Phillip Plattner Phillip Plattner Online-Redakteur Kärnten Steiermark
2 Minuten Lesezeit(369 Wörter)
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„Die Regierung sieht die Mehrwertsteuersenkung als eine ihrer zentralen Maßnahmen gegen die Inflation an. Wenn sie es ernst meint, muss sie aber auch eine klare gesetzliche Grundlage zur Umsetzung liefern“, fordert Christian Prauchner, Obmann des Lebensmittelhandels in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), nun. Eine seriöse Vorbereitung sei nicht möglich, solange nicht geklärt sei, „welche Waren betroffen sind“. Und: „Das gilt für die großen Lebensmittelhändler genauso wie für die kleinen, selbstständigen Kaufleute.“ Alles zur Mehrwertsteuersenkung könnt ihr übrigens auch hier nachlesen: Ab Juli: Diese Lebensmittel werden in Österreich günstiger.

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Exakte Abgrenzung der Produkte sorgt für Unsicherheit

Insgesamt würde man im Lebensmittelhandel die geplante steuerliche Entlastung begrüßen, dennoch sehe man sich eben noch mit erheblichen offenen Fragen konfrontiert. So sorge in der Praxis die exakte Abgrenzung zwischen begünstigten und nicht begünstigten Produkten für Unsicherheit. Sortimente seien gerade im Lebensmittelhandel breit gefächert, die richtige Zuordnung ist dementsprechend aufwändig. „Die offenen Abgrenzungsfragen führen dazu, dass die Verantwortung letztlich bei den Betrieben liegt. Für viele kleine und mittlere Unternehmen ist das eine große Herausforderung“, so Prauchner.

„Umsetzung in so kurzer Zeit nicht zu schaffen“

Und auch Leo Jindrak, Bundesinnungsmeister des Lebensmittelgewerbes in der WKÖ, warnt: „Unter diesen Voraussetzungen ist die Umstellung in so kurzer Zeit nicht zu schaffen. Unsere Betriebe brauchen rasch Klarheit und Regeln, die sie ihren Kundinnen und Kunden auch nachvollziehbar erklären können.“ Im Lebensmittelgewerbe sind immerhin auch rund 1.300 Bäckereien, 1.400 Konditoreien und 1.100 Fleischer von der Mehrwertsteuer-Umstellung betroffen.

Umstellung bringt „erheblichen technischen sowie finanziellen Kostenaufwand“

Als weiteres Problem wird die Umstellung der Kassensysteme bezeichnet. Diese müssen dann immerhin auch den außerordentlichen Steuersatz mit Kommastelle verarbeiten können. Dadurch kommt ein erheblicher technischer sowie finanzieller Aufwand auf die Betriebe zu. „Vor allem Klein- und Kleinstbetriebe stehen hier vor einem erheblichen Kostenaufwand. Systeme müssen neu programmiert werden und die notwendigen Kapazitäten bei den Anbietern sind nur begrenzt verfügbar“, weiß Prauchner. Daher fordert man nun rasche Klarheit, ausreichend Vorlaufzeit und „eine gezielte Förderung“ vor allem für kleinere Betriebe, „damit die Umstellung überhaupt bewältigt werden kann“.

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