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Das Bild auf 5min.at zeigt Klimaaktivistin Anja Windl.
Anja Windl, eine der bekanntesten Persönlichkeiten der ehemaligen "Letzten Generation", steht heute in Wien vor Gericht.

Anja Windl auf der Anklagebank: Mammutprozess geht in die nächste Runde

Am heutigen Dienstag geht der Mammutprozess gegen Klimaaktivisten der ehemaligen Gruppe "Letzte Generation" in die nächste Runde. Diesmal sitzt auch "Klima-Shakira" Anja Windl in Wien auf der Anklagebank.

von Gerrit Tscheru Das Bild auf 5min.at zeigt Gerrit Tscheru.
3 Minuten Lesezeit(597 Wörter)
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Am 12. Mai geht der Großprozess gegen frühere Mitglieder der Aktivistengruppe „Letzte Generation“ in die nächste Runde. Am Landesgericht für Strafsachen in Wien stehen erneut einige Aktivisten vor dem Richter, hauptsächlich geht es um den Vorwurf der Sachbeschädigung bzw. der schweren Sachbeschädigung.

Viele Angeklagte, viele Protestaktionen

Das Verfahren ist komplex: Insgesamt sind laut Angaben von Rechtsanwalt Clemens Lahner, einem der Verteidiger der Aktivisten, mehr als 50 Personen wegen verschiedener Protestaktionen angeklagt. Lahner erklärt auf Anfrage von 5 Minuten: „Manchen Angeklagten wird nur die Beteilung an einer Protestaktion vorgeworfen, manche sind wegen mehrerer Aktionen angeklagt. Das Gericht verhandelt den Komplex daher in Tranchen. Es wird zu jedem Termin nur eine Gruppe von Angeklagten geladen und dann jene Protestaktionen behandelt, an denen diese Personen beteiligt waren.“

„Mumienhände“ führen vor den Richter

Unter anderem geht es am 12. Mai auch um die Teilnahme an der Blockade der A2 im November 2023, die Anklage lautet für einige auf schwere Sachbeschädigung. Der Grund: Manche der Aktivisten haben ihre Handflächen mit einer Mischung aus Superkleber und Quarzsand – sogenannte „Mumienhände“ – auf der Fahrbahn festgeklebt. Die Berufsfeuerwehr musste ausrücken und die Protestierenden von der Straße stemmen.

Freispruch für Sitzende?

Doch nicht alle, die bei der Blockade dabei waren, sollen mit Superkleber und Quarzsand hantiert haben. Wie Lahner gegenüber 5 Minuten schildert, sollen einige nur an einer Sitzblockade teilgenommen haben. „Das ist an sich keine Straftat, sondern höchstens eine Verwaltungsübertretung“, so der Anwalt. Die Staatsanwaltschaft werfe diesen Personen aber nun vor, durch ihre Teilnahme einen Beitrag zur schweren Sachbeschädigung, die durch das Festkleben entstanden sei, geleistet zu haben. In Lahners Augen ist das nicht fair: „Wir halten das für verfehlt und kämpfen für einen Freispruch.“

Bis zu zwei Jahre Haft drohen

Bei einer Verurteilung wegen schwerer Sachbeschädigung müssen die Angeklagten mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren rechnen. Der volle Strafrahmen wurde im bisherigen Großprozess jedoch noch nie ausgeschöpft: „Jene Angeklagten, die bisher in diesem Verfahren wegen schwerer Sachbeschädigungen verurteilt wurden, haben bedingte Freiheitsstrafen von wenigen Monaten bzw. unbedingte Geldstrafen erhalten. Ein großer Teil des Verfahrens wurde mit Diversionen erledigt. Das Verfahren gegen eine Person wird vorläufig eingestellt, ohne Vorstrafe. Nach Ablauf einer Probezeit wird das Verfahren dann endgültig eingestellt“, erklärt Lahner.

Anja Windl auf der Anklagebank

Auf der Anklagebank in Wien sitzt heute auch eines der prominentesten Gesichter der ehemaligen „Letzten Generation“: Anja Windl. Die gebürtige Deutsche aus Bayern zog 2017 nach Klagenfurt, um dort Psychologie zu studieren, und engagierte sich in den folgenden Jahren öffentlichkeitswirksam für Umwelt- und Klimaschutz. Immer wieder fiel sie durch Protestaktionen in Österreich auf, immer wieder stand sie vor Gericht. 2024 verbüßte sie sogar eine Ersatzfreiheitsstrafe in einem österreichischen Gefängnis, da sie eine Geldstrafe nicht bezahlen konnte. Im März 2025 wurde schließlich ein Aufenthaltsverbot gegen die Deutsche verhängt.

„Darüber sollte man eigentlich reden“

Auch sie war Teil der A2-Blockade im November 2023 und steht nun am 12. Mai 2026 erneut vor einem österreichischen Gericht. Ihre Verteidigung übernimmt Rechtsanwalt Ralf Niederhammer. Mittlerweile ist die „Letzte Generation“ Geschichte, die Gruppe hinterlässt vor allem Erinnerungen an ihre oftmals aufsehenerregenden Protestaktionen. Doch das ist nicht das, was im Gedächtnis bleiben sollte, wie Lahner abschließend erklärt:

Die Protestaktionen der Letzten Generation wurden vor geraumer Zeit beendet. Der Klimawandel aber schreitet weiter voran, während unsere Regierung ernsthafte Maßnahmen weiter schuldig bleibt. Darüber sollte man eigentlich reden.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 12.05.2026 um 15:32 Uhr aktualisiert
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