Pensionserhöhung light: Wie viel Österreicher jetzt „verlieren“ könnten
Zum Doppelbudget 2027/28 müssen auch Pensionisten ihren Beitrag leisten. Dabei geistern aktuell Erhöhungs-Modelle mit und ohne soziale Staffelung durch die Medien. Was das jeweils fürs Börserl bedeuten würde, erfahrt ihr bei uns.
In den kommenden beiden Jahren sollen im Pensionsbereich jeweils rund 280 bzw. 270 Millionen Euro eingespart werden. Das wird wohl vor allem durch eine geringere Erhöhung in den beiden Jahren geschehen. Finanzminister Markus Marterbauer hat bei der Vorstellung der Eckpunkte des Doppelbudgets für die Jahre 2027/28 eine Anpassung um einen Viertelprozent unterhalb der Inflation ins Spiel gebracht. Ob diese – wie bereits im Vorjahr – per Staffelung durchgesetzt wird oder für alle Pensionisten gelten wird, ist aktuell noch Verhandlungssache. Diese werden derzeit im dafür zuständigen Sozialministerium mit den Pensionistenvertretern geführt. Letztere haben gegenüber 5 Minuten schon erklärt, was sie sich erwarten und womit sie eventuell leben könnten. Alles dazu hier: Pensionisten kampfbereit: „Wenn es ums Sparen geht…“.
Pensionserhöhung, Vorschlag 1: Die soziale Staffelung
Das Momentum Institut hat nun in sozialen Medien geteilt, was eine solche Anpassung unter der Inflation bedeuten würde. Geht man nun von einer nicht unwahrscheinlichen Inflation von 3,3 Prozent aus, würde eine soziale Staffelung bedeuten, dass Pensionen unterhalb von 3.000 Euro die Inflation voll abgegolten bekommen würden, darüber würde um einen Fixbetrag in Höhe von 99 Euro brutto monatlich erhöht. Bedeutet für all jene mit 3.000 Euro oder mehr Bruttopension, dass diese aufs Jahr gesehen um 1.386 Euro ansteigen würde. „Fünf von sechs Pensionierten (82 Prozent) bekommen somit einen vollen Ausgleich“, weiß man beim Momentum Institut.
Wie viel Pension bekommst du netto?
Pensionserhöhung, Vorschlag 2: Die pauschale Variante
Gibt es nun keine soziale Stafflung, wäre laut der Experten lediglich eine Pensionsanpassung in Höhe von 2,8 Prozent für alle möglich, um auf besagte 280 Millionen Euro Einsparung zu kommen. Damit wäre man sogar um einen halben Prozentpunkt unter der relevanten Teuerung von 3,3 Prozent, gibt der Think Tank zu denken. Damit würde niemand den vollen Inflationsausgleich bekommen. „Eine Person mit 1.000 Euro Pension bleibt um 70 Euro im Jahr hinter der Teuerung zurück, bei einer 5.000-Euro-Pension wären es jährlich in dem Fall 350 Euro brutto.
Was besonders hohe Pensionen durch die soziale Staffelung „verlieren“ würden
Insgesamt verlieren besonders hohe Pensionen durch das zweite Modell weniger von ihrer Erhöhung. Sieht man sich das Ganze anhand einer überdurchschnittlichen Pension von 4.000 Euro brutto an, würde eine Erhöhung mit sozialer Staffelung ein Plus von 1.386 Euro im Jahr bringen, ohne soziale Staffelung kämen diese Pensionisten auf ein Plus von 1.568 Euro. Mit sozialer Staffelung würden diese Personen also im Vergleich zur Version ohne Staffelung 182 Euro verlieren. In der folgenden Tabelle findet ihr einige Werte, die vergleichen, was die Erhöhung mit und ohne soziale Staffelung für gewisse Einkommensbereiche bedeuten würde.
| jährliches Brutto-Plus mit sozialer Staffelung | jährliches Brutto-Plus ohne soziale Staffelung | |
| Ausgleichszulage (1.308 Euro) | 604 Euro | 513 Euro |
| Durchschnittspension Frau (1.527 Euro) | 705 Euro | 599 Euro |
| Durchschnittspension Mann (2.533 Euro) | 1.171 Euro | 994 Euro |
| überdurchschnittliche Pension (4.000 Euro) | 1.386 Euro | 1.568 Euro |
„Um die Wirtschaft zu stützen, ist eine soziale Staffelung besser“
Wie man anhand der Tabelle sieht, würde eine soziale Staffelung lediglich für sehr hohe Pensionen ein konkretes Minus im Vergleich zur Version ohne soziale Staffelung bedeuten. Das Momentum Institut ist sich daher sicher: „Um die Wirtschaft zu stützen, ist eine soziale Staffelung besser. Pensionierte mit hohen Pensionen legen einen großen Teil aufs Sparbuch. Das sichert keine Arbeitsplätze. PensionistInnen mit niedrigen Pensionen hingegen brauchen jeden Euro für ihre Lebenshaltungskosten.“ Auch die Präsidentin des Pensionistenverbandes Österreich (PVÖ), Birgit Gerstorfer, meint auf Nachfrage von 5 Minuten, dass eine Staffelung „sozial deutlich sinnvoller als ein pauschaler, prozentueller Abschlag auf alle Pensionen“ sei. Sie möchte freilich dennoch für eine volle Inflationsabgeltung für alle Pensionisten kämpfen.