Gift im Essen: Test deckt verbotene Pestizide in Lebensmitteln auf
Ein Labortest deckt besorgniserregende Ergebnisse in Österreich auf: Verbotene Pestizide wurden nachgewiesen, einige deutlich über den Grenzwerten. Der Konsum kann gesundheitliche Auswirkungen nach sich ziehen.
Foodwatch hat kürzlich einen Labortest durchgeführt und kommt zu einem erschreckenden Ergebnis: Einige Alltagsprodukte weisen massive Belastungen mit Pestizidrückständen auf, darunter zahlreiche Stoffe, die in der EU eigentlich verboten sind. Insgesamt wurden 64 Produkte aus Österreich, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden untersucht. Analysiert wurden Lebensmittel aus den Kategorien Reis, Tee und Gewürze.
Gesundheitliche Erkrankungen: Verbotene Pestizide in Lebensmittel
Für Österreich fällt das Ergebnis besonders besorgniserregend aus: In zehn der getesteten Produkte wurden insgesamt 30 Rückstandsnachweise von verbotenen Pestiziden festgestellt. Bei vier Produkten lagen die Pestizidrückstände oberhalb der gesetzlich festgelegten Grenzwerte. Die Konsumentenschutzorganisation forderte die zuständige Behörde auf, diese vier Produkte umgehend aus dem Verkehr zu ziehen. „Viele Pestizide sind in der EU aus gutem Grund nicht zugelassen: Sie stehen teils mit schweren gesundheitlichen Erkrankungen in Verbindung. Dass Rückstände solcher Stoffe trotzdem in Lebensmitteln auftauchen und somit auf unseren Tellern landen, ist nicht hinnehmbar“, so Markus Linkeseder von foodwatch Österreich.
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Paprikapulver gilt als besonders „giftig“
Besonders auffällig sind laut foodwatch verschiedene Paprikapulver in den österreichischen Supermarkt-Regalen, in denen mehrere Rückstände nicht zugelassener Pestizide gefunden wurden. Spitzenreiter ist Kotányi Paprika Edelsüß Spezial mit sieben Rückständen, gefolgt von S-Budget Paprika Edelsüß mit sechs und Le Gusto Paprika edelsüß gemahlen mit fünf. Auch bei Tee wurden in allen getesteten Grüntees – etwa von SPAR, Twinings und Westminster – mindestens zwei nicht zugelassene Pestizidrückstände nachgewiesen.
„Konsument:innen müssen sich darauf verlassen können“
Brisant ist auch, dass Hersteller und Handelsketten zuvor angegeben hatten, durch Kontrollen solche Belastungen auszuschließen zu können. Die aktuellen Ergebnisse würden laut der Organisation jedoch zeigen, dass diese Kontrollen offenbar nicht ausreichen „Konsument:innen müssen sich beim Einkauf bedingungslos darauf verlassen können, dass keine gefährlichen Pestizidrückstände auf ihren Tellern landen. Dafür braucht es wirksame interne Kontrollen der Produzenten und Lieferanten und klare Vorgaben des Handels an die Produktsicherheit – gerade auch bei Eigenmarken“, so Markus Linkeseder.
Politik in der Kritik
Foodwatch sieht dringenden politischen Handlungsbedarf. Kritisiert wird, dass in der EU nicht zugelassene Pestizide weiterhin produziert und exportiert werden dürfen und über importierte Lebensmittel wieder nach Europa gelangen können – der sogenannte „Pestizid-Bumerang“. Die EU-Kommission hätte laut foodwatch die Rückstandshöchstwerte für solche Stoffe bereits deutlich senken können, sei dazu auch rechtlich befugt, setze dies aber nicht ausreichend um.
Petition für Lebensmittelsicherheit
Zudem warnt foodwatch vor dem geplanten EU-Omnibus-Paket zur Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit, das bestehende Schutzstandards aufweichen könnte. Dadurch könnten Kontrollen gelockert und die Belastung durch Pestizidrückstände erhöht werden. Mit einer Petition ruft die Organisation dazu auf, sich gegen diese Änderungen zu stellen.