„Standen da wie die Trotteln“: 800-Euro-Taxi nach Villach statt Zugfahrt
800 Euro für ein Taxi nach Kärnten: Drei Unternehmer aus Villach strandeten bei einer Bahnreise im Nirgendwo und erlebten ein echtes Fiasko.
Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erzählen. Drei Villacher reisten per Bahn nur nach Wien, die Rückfahrt endete im Chaos und kostete 800 Euro. „Nie mehr Bahn“ schnaufte ein Villacher am Dienstag wütend ins Telefon im Gespräch mit 5 Minuten. Was war geschehen?
„Nie mehr Bahn“
Die drei Villacher Unternehmer reisten für einen netten Tag per Bahn nach Wien und wollten am nächsten in ihrer Heimatstadt wieder ankommen und arbeiten, wichtige Termine waren angesagt. Die Rückfahrt von Wien mit der „Westbahn“ endete jedoch abrupt am kleinen Bahnhof Eichberg am Semmering. „Dort hieß es wegen technischer Probleme sei die Strecke gesperrt und der Zug muss zurück nach Wiener Neustadt wo wir in Bussen dann verfrachtet werden sollten“, erzählt ein Leser am Telefon. Wegen dringender Termine entschlossen die gestrandeten Unternehmer in Eichberg zu bleiben und die Fahrt nach Villach mit einem Taxi fortzusetzen – Kostenpunkt: Satte 800 Euro. „Darüber hätten wir uns ja nicht aufgeregt, aber was dann passierte, war einfach ein Skandal. Während wir rund eine Stunde in der Wildnis ausharrten, es gab nicht mal ein WC, und auf das Taxi warteten, fuhr auf der angeblich gesperrten Strecke plötzlich ein Railjet (auf dem Titelfoto zu sehen) in Richtung Süden vorbei. Venedig war darauf zu lesen, die Leute im Zug winkten uns fröhlich zu. Bald darauf kam der nächste Schnellzug. Wir standen wie die Trotteln am Bahnsteig. Nie mehr Bahn.“
Bagger hat Kabel beschädigt
Herbert Hofer, Pressesprecher der ÖBB meinte dazu: „Ein Bagger hatte ein Kabel bei Bauarbeiten zerstört und so kam es zur Unterbrechung. Uns gelang es aber, den Bahnverkehr eingleisig bald wieder aufzunehmen und so durften in einer Stunde drei Züge je in eine Richtung wieder fahren.“ Für die betroffenen Passagiere der Westbahn, rund 400, wurde in Wiener Neustadt mit 15 Bussen ein Schienenersatzverkehr eingerichtet, natürlich hätte ein Bus auch in Eichberg vorbeigeschaut – wir haben berichtet. In Mürzzuschlag wäre es dann per Bahn wieder weitergegangen, erklärt Hofer. Er könne sich nur für die Unbilden entschuldigen. Was die Kosten anbelangt, wären mindestens für jeden der betroffenen Villacher 50 Euro Kostenersatz fällig – das schon.