Zwei Traditionsunternehmen insolvent: 41 Mitarbeiter betroffen
Gleich zwei Unternehmen der Estermann-Gruppe haben Sanierungsverfahren beantragt. Insgesamt sind mehr als 30 Mitarbeiter und zahlreiche Gläubiger betroffen.
Die Estermann Holding GmbH sowie die Estermann GmbH haben beim Landesgericht Ried im Innkreis Insolvenzverfahren in Form von Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Das teilte der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) mit. Die Verfahren wurden derzeit noch nicht eröffnet.
Mehr als 30 Mitarbeiter betroffen
Die Estermann Holding GmbH übernimmt innerhalb der Unternehmensgruppe Verwaltungsaufgaben und stellt Personal für die verbundenen Unternehmen bereit. Dort sind aktuell zehn Mitarbeiter beschäftigt. Die Estermann GmbH ist unter anderem im Bereich Druckveredelung, Lagerhaltung, Versand sowie bei der Herstellung von Kartonverpackungen tätig. Laut Angaben des AKV waren dort Ende April 2026 insgesamt 21 Mitarbeiter beschäftigt.
Unternehmen nennen mehrere Krisen als Ursache
Als Gründe für die Insolvenz werden laut den eingereichten Unterlagen mehrere wirtschaftliche Belastungen genannt. Demnach hätten bereits die Auswirkungen der Covid-19-Krise zu Problemen geführt. Dazu seien steigende Energiepreise, höhere Rohstoffkosten, Inflation sowie ein anhaltender Umsatzrückgang gekommen. Bei der Estermann Holding GmbH werden Verbindlichkeiten von rund 846.000 Euro angeführt. Dem stehen laut Antrag Vermögenswerte von etwa 90.000 Euro gegenüber. Deutlich höher fallen die Zahlen bei der Estermann GmbH aus. Dort werden Schulden von rund 2,4 Millionen Euro genannt. Die Vermögenswerte liegen laut Unterlagen bei etwa 532.000 Euro. Neben den Mitarbeitern sollen in diesem Verfahren auch mehr als 50 Gläubiger betroffen sein.
Sanierungsplan vorgesehen
Beide Unternehmen streben nun eine Sanierung an. Angeboten wird jeweils ein Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent, zahlbar innerhalb von zwei Jahren. Ob die Verfahren tatsächlich eröffnet werden, muss nun das Landesgericht Ried im Innkreis entscheiden.