Doppelbudget: Wo in Österreich gespart werden soll
Zahlreiche Einsparungen stehen im kommenden Doppelbudget bevor. Hier bei uns erfahrt ihr, was die Regierung so plant und worüber derzeit intensiv verhandelt wird.
Nachdem vor einigen Wochen die Eckpunkte des kommenden Doppelbudgets vorgestellt worden sind, wird derzeit in den jeweiligen Ministerien verhandelt. Und lange ist nicht mehr Zeit, will Finanzminister Markus Marterbauer doch Mitte Juni bereits das Doppelbudget vorstellen. Nun ist ein Arbeitspapier aufgetaucht, das dem „Kurier“ vorliegt, das zeigt, was so alles geplant ist. Wir haben hier jetzt den Überblick für euch.
Pensionisten und Angestellte
Aber alles auf Anfang. Am 27. April 2026 haben die Regierungsspitzen in einer abendlichen Pressekonferenz die Eckdaten des Doppelbudgets vorgestellt. Darin war etwa eine Senkung der Lohnnebenkosten enthalten, gleichzeitig werden etwa die Pensionen in den kommenden beiden Jahren insgesamt etwas unterhalb der Inflation abgegolten und die Arbeitslosenversicherungs-Beiträge angeglichen. Teilweise basiert es noch auf Verhandlungen, die in den kommenden Wochen bis zur Budgetrede finalisiert werden. Bei den Pensionen scheint es allerdings bereits eine Entscheidung der Regierung zu geben. Alles dazu auch hier: Pensionserhöhung 2027 fix: Tabelle zeigt, wie viel du verlieren könntest.
Zahlreiche Sparmaßnahmen beim AMS geplant
Im Arbeitspapier zeigen sich nun noch einige weitere Maßnahmen, man wird deutlich konkreter als noch in der Ankündigung. Gespart soll demnach auch bei Arbeitslosen werden. Geplant ist etwa eine Sperrfirst nach einvernehmlichen Kündigungen, die es derzeit nicht gibt. Dabei müsste zwei Wochen noch der Arbeitgeber weiterzahlen, zwei Wochen lang bekommt man keine Leistungen. So möchte man Saisonbetriebe am Zwischenparken der Mitarbeiter hindern und gleichzeitig im Jahr rund 200 Millionen Euro einsparen. Zusätzlich schraubt man an der Treffsicherheit von Förderungen für Langzeitarbeitslose und möchte gleichzeitig neue AMS-Programme im dreistelligen Millionenbereich finanzieren.
Familien, Besserverdiener, Sozialleistungen, Alkohol, Unis
Weiter nicht an die Inflation angepasst sollen Familien- und Sozialleistungen werden, beim Familienbonus dürfen künftig wohl nur noch maximal 75 Prozent pro Elternteil geltend gemacht werden. Heißt: Die 100 Prozent bekommen nur Familien, wo beide Eltern arbeiten. Aber auch Besserverdiener werden zur Kasse gebeten, die Höchstbemessungsgrundlage für Sozialversicherungsbeiträge steigt in den kommenden beiden Jahren schrittweise an. Sozialleistungen sollen außerdem strenger kontrolliert werden und bei Kuren und „Spa-Medizin“ wird ebenfalls gespart. Ebenfalls ansteigen wird die Alkoholsteuer – um 30 Prozent. Aktuell sind auch mögliche Kürzungen bei Universitäten in aller Munde.