Spritpreisbremse verlängert, aber abgespeckt: Das ändert sich jetzt
Die Entscheidung ist gefallen: Die Spritpreisbremse in Österreich wird bis Ende August verlängert. Autofahrer dürfen sich also auch im Sommer über eine Entlastung freuen – allerdings fällt diese künftig deutlich geringer aus.
Die Regierung hat sich über die Zukunft der Spritpreisbremse geeinigt: Autofahrer in Österreich können auch im Juni noch mit einer kleinen Entlastung beim Tanken rechnen. Die Spritpreisbremse wird nämlich verlängert, allerdings in deutlich abgespeckter Form. Der bisherige Margeneingriff bei Mineralölkonzernen läuft mit Ende Mai aus, übrig bleibt lediglich eine Senkung der Mineralölsteuer um 1,7 Cent pro Liter.
Spritpreisbremse abgespeckt: „Markteingriff darf nicht Dauerzustand werden“
Damit fällt ein wesentlicher Teil des bisherigen Modells weg. Während die Regierung mit der Spritpreisbremse bisher sowohl die Mineralölsteuer gesenkt als auch die Gewinnmargen der Konzerne begrenzt hat, setzt sie nun wieder stärker auf die Selbstregulierung des Markts. Die von ÖVP und NEOS kritisierte Margenbeschränkung wird nicht verlängert. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) erklärt in diesem Zusammenhang:
Ein Markteingriff darf immer nur die äußerste Ausnahme bleiben und niemals zum Dauerzustand werden. Funktionierender Wettbewerb ist der beste Garant für faire Preise — genau deshalb steigen wir wie geplant geordnet und verantwortungsvoll aus dem Margeneingriff aus.“
Für Autofahrer bedeutet das: Die Entlastung an der Zapfsäule fällt künftig deutlich geringer aus. Wer 100 Liter tankt, spart durch die verbleibende Maßnahme nur noch 1,70 Euro. Die Mineralölsteuer-Senkung soll vorerst bis Ende August gelten und monatlich überprüft werden.
Wie findest du die Spritpreisbremse?
„Preis-runter-Garantie“ kommt in Österreich
Neu eingeführt wird zudem eine sogenannte „Preis-runter-Garantie“. Tankstellen müssen sinkende Großhandelspreise für Benzin und Diesel künftig rasch an die Kunden weitergeben. Steigende Preise dürfen allerdings weiterhin unmittelbar weiterverrechnet werden. In einer Presseaussendung des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus heißt es dazu: „Grundlage dafür sind die internationalen Preisnotierungen von Platts und Argus. Sinkt dieser Referenzpreis, muss die Senkung zum ehestmöglichen Zeitpunkt auch an der Zapfsäule ankommen.“
Kleiner Erfolg für die SPÖ: Spritpreisbremse bis August verlängert
Noch vor wenigen Tagen hatten ÖAMTC, ÖGB und SPÖ eine vollständige Verlängerung der bisherigen Spritpreisbremse gefordert. Das wurde nun zwar nicht beschlossen, ein kleiner Erfolg für die SPÖ bleibt: Statt wie bisher nur einen Monat wurde die Spritpreisbremse in ihrer abgespeckten Form bis Ende August verlängert. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) betont: „Mit der Senkung der Mineralölsteuer auch im Juni sorgen wir dafür, dass die zusätzlichen Umsatzsteuer-Einnahmen aufgrund der gestiegenen Spritpreise wieder den Autofahrern und Autofahrerinnen zugute kommen.“
Was ist die Spritpreisbremse?
Die Spritpreisbremse wurde in Österreich am 1. April 2026 eingeführt, nachdem die Treibstoffpreise infolge der Eskalation des Konflikts zwischen Israel und dem Iran stark gestiegen waren. Ziel der Maßnahme war es, Autofahrerinnen und Autofahrer sowie Unternehmen kurzfristig zu entlasten und außergewöhnliche Preisaufschläge an den Zapfsäulen zu begrenzen. Die Regelung bestand aus zwei Teilen: Einerseits wurde die Mineralölsteuer auf Benzin und Diesel gesenkt, andererseits wurden die Gewinnmargen von Mineralölunternehmen begrenzt, damit die Steuerentlastung tatsächlich bei den Konsumenten ankommt.