Mit 1. Juni: Arztbesuch wird teurer, Hunderttausende betroffen
Die Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) hat den "Behandlungsbeitrag" (auch Selbstbehalt) für Arztbesuche von zehn auf 20 Prozent verdoppelt. Seniorenvertreter üben nun Kritik.
Mit 1. Juni 2026 müssen jene Menschen, die bei der BVAEB versichert sind, für Arztbesuche und Co. also nun 20 Prozent an Selbstbehalt bezahlen. Das hat der Versicherer für öffentlich Bedienstete, Eisenbahnen und Bergbau auf seiner Website festgehalten. Mehr dazu auch hier: Ab Juni: Für diese Österreicher kostet der Arztbesuch jetzt mehr. Laut Seniorenbund geht es um nicht weniger als 1,3 Millionen Versicherte, die „erst kurz vor Inkrafttreten informiert werden bzw. medial davon erfahren haben“.
Höhere Kosten beim Arzt: Wen die Maßnahme besonders trifft
Für Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec ist dieses Vorgehen „empörend“. Außerdem würde das Menschen über 50 besonders betreffen, so die Kritik. „Ältere Mitarbeiter haben einen höheren medizinischen Bedarf als Jüngere. Angesichts der generellen Teuerung ist das eine enorme und unzumutbare weitere finanzielle Belastung.“
PVÖ-Präsidentin: „Damit muss endlich Schluss sein“
Kritisch zur Vorgehensweise äußert sich auch der Pensionistenverband Österreich (PVÖ). PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer dazu: „Die Pensionistinnen und Pensionisten in Österreich haben in den vergangenen Jahren bereits einen überproportionalen Beitrag zur Finanzierung des Gesundheitssystems geleistet.“ Die Verdoppelung der Selbstbehalte würde „eine weitere Belastungswelle für ältere Menschen“ darstellen. „Damit muss endlich Schluss sein“, so Gerstorfer.
„Krankenkassen werden mit Sicherheit bessere Wege finden können“
Als „völlig inakzeptabel“ bezeichnet sie auch, dass es keine ausreichende Vorlaufzeit oder umfassende Informationen zur Maßnahme gegeben hätte. „Wer jahrzehntelang Beiträge geleistet hat, verdient Transparenz und Respekt – und keine Überraschungen bei den Gesundheitskosten“, meint Gerstorfer. Der PVÖ fordert daher die Verantwortlichen dazu auf, die Maßnahme noch einmal zu überdenken und stattdessen sozial ausgewogenere Lösungen zur Budgetkonsolidierung zu erarbeiten. „Die Krankenkassen werden mit Sicherheit bessere und gerechtere Wege finden können, ihre Budgets zu sanieren, als dies auf Kosten der älteren Generation zu tun“, hofft die PVÖ-Präsidentin abschließend.