El Niño droht: Wetterphänomen mit Extremtemperaturen
Es zeichnet sich seit Monaten ab, jetzt ist beinahe gewiss: Die ungewöhnlich hohen Meerestemperaturen im tropischen Pazifik kündigen das regelmäßig wiederkehrende Phänomen "El Niño" an.
Die Wahrscheinlichkeit, dass das Extremwetter-Phänomen diesen Sommer eintrifft, wird mit 80 Prozent beziffert. Es würde „Öl ins Feuer der globalen Erwärmung“ gießen, sagt UN-Generalsekretär António Guterres am Dienstag, den 2. Juni 2026 in Genf. Die Oberflächentemperatur an der Pazifikküste Südamerikas sei zwischen Ende April und Mitte Mai auf das Niveau wie in El-Niño-Jahren gestiegen, erklärte die Weltwetterorganisation (WMO).
Sorge vor mehr Extremwetterereignissen und Dürren
Die ungewöhnlich hohen Meerestemperaturen im tropischen Pazifik kündigten diese Entwicklung schon seit einigen Monaten an. Das befeuert die Sorge vor mehr Extremwetterereignissen oder vor einem neuen weltweiten Hitzerekord in naher Zukunft, heißt es vonseiten der WMO. Zusätzlich komme ungewöhnlich warmes Wasser aus tieferen Lagen hinzu, dessen Temperatur teils sechs Grad über dem langjährigen Durchschnitt liege. Durch El Niño könnte sich der ganze Planet über viele komplexe Wechselwirkungen zusätzlich aufheizen. Sattelitenaufnahmen zeigen zudem steigende Meeresspiegel.
Für Europa halten sich die Folgen in Grenzen
Ob man das Phänomen auch in Österreich spüren wird, darüber scheiden sich aktuell die Geister. Extremwetterereignisse, wie wir sie seit Jahren bereits haben, können ebenso auf den menschengemachten Klimawandel zurückzuführen sein, heißt es von den Wetterdiensten. Was allerdings sicher ist: El Niño verschärft die Folgen des Klimawandels vor allem auf der Südhalbkugel. Für Europa hielten sich die Folgen in Grenzen, heißt es von WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo. „El Niño muss nicht zwangsläufig zu einer Katastrophe führen“, sagte diese. Es sei jetzt besonders wichtig, überall Frühwarnsysteme zu etablieren und zu verbessern, um die Auswirkungen vorherzusagen.
Genaue Vorhersage schwierig
Die Meerestemperaturen lassen sich zwar bereits gut vorhersagen, anders sieht das aber mit der Atmosphäre aus. Die Luftströme und etwaige Veränderungen sind sehr volatil und lassen sich nur schwer prognostizieren. Das Wetterphänomen El Nino tritt etwa alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert etwa ein Jahr lang an. Der bisher Stärkste wurde 2016 gemessen. Damals wurde laut der James Cook-Universität in Australien die schlimmste je erfasste Korallenbleiche verzeichnet.