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Bild auf 5min.at zeigt ein chemie labor
Die KV-Verhandlungen in der chemischen Industrie stecken fest. Gewerkschaften und Arbeitgeber sehen die Lage völlig unterschiedlich, jetzt drohen längere Streiks.

Keine Einigung beim Chemie-KV: Jetzt drohen längere Streiks

In Wien ist auch die siebente Runde zum Chemie-KV ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Für rund 50.000 Beschäftigte bedeutet das: Ab kommender Woche sollen Streiks ausgeweitet werden.

von Julia Waldhauser Teamfoto von 5min.at: Julia Waldhauser ist für die Online-Redaktion Graz tätig.
2 Minuten Lesezeit(326 Wörter)
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Auch die siebente Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag der chemischen Industrie brachte kein Ergebnis. Am Dienstag, dem 2. Juni, wurden die Gespräche nach 14 Stunden unterbrochen. Betroffen sind rund 50.000 Beschäftigte. Der Kollektivvertrag sollte eigentlich bereits seit 1. Mai gelten. Ein neuer Abschluss liegt aber weiterhin nicht vor.

Angebot sorgt für Ärger

Die Arbeitnehmerseite kritisiert das neue Angebot der Arbeitgeber scharf. Es habe zwei Varianten gegeben: 0,5 Prozent mehr plus 300 Euro Einmalzahlung oder 2 Prozent mehr, allerdings erst ab Oktober 2026 bis April 2028. Aus Sicht der Gewerkschaften würde das einer jährlichen Erhöhung von nur 0,79 Prozent entsprechen. „Nach sieben Runden ist das mehr als unverschämt und zeigt die Geringschätzung, die den Beschäftigten entgegengebracht wird“, sagen Hubert Bunderla von der PRO-GE und Mario Mayrwöger von der GPA.

Streiks werden länger

Die Beschäftigten hätten bereits mit Warnstreiks Druck gemacht. Nun soll der Arbeitskampf ausgeweitet werden. Ab kommender Woche sind befristete Streiks im Ausmaß von bis zu acht Stunden in den Betrieben geplant. Die Gewerkschaften betonen, dass sie bei ihrer Forderung bereits nachgegeben hätten. Statt 3,5 Prozent Lohn- und Gehaltsplus verlange man nun 3 Prozent.

Arbeitgeber warnen

Die Arbeitgeberseite sieht die Lage anders. Sie spricht von einer Annäherung auf Initiative der Arbeitgeber und kritisiert, dass die Gewerkschaften die Verhandlungen am späten Abend beendet hätten. Arbeitgeber-Verhandlungsführer Ernst Gruber warnt vor zu hohen Abschlüssen: „Streiks schaden dem Standort, aber zu hohe Abschlüsse noch viel mehr.“ Seit 2020 habe man kumuliert zwölf Prozent höher abgeschlossen als Deutschland. Laut Gruber bedeute das einen jährlichen Kostennachteil von 500 Millionen Euro.

Neuer Termin offen

Auch rechtliche Schritte stehen im Raum. Gruber sagt: „Die angekündigten unbefristeten Streiks sind ein klarer Verstoß gegen die kollektivvertragliche Friedenspflicht.“ Die Gewerkschaften halten dagegen, dass der Zorn der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer berechtigt sei. Noch gibt es keinen fixierten weiteren Verhandlungstermin. Die Arbeitgeberseite erklärte, ein Termin solle zeitnah vereinbart werden.

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