Neue Wende um Benko-Stiftung: Gericht hebt Geldsperre auf
Neue Wendung rund um die Benko-Familie: Ingeborg Benko darf wieder über das gesamte Vermögen der Ingbe-Stiftung verfügen. Zuvor waren rund 50 Millionen Franken blockiert.
Ingeborg Benko kann ihre Rechte als Stifterin wieder vollständig ausüben. Das Liechtensteiner Oberlandesgericht hat eine Entscheidung der ersten Instanz aufgehoben. Diese hatte zuvor rund 50 Millionen Franken aus dem Vermögen der Ingbe-Stiftung gesperrt. Damit ist die einstweilige Verfügung vorerst vom Tisch.
Streit ums Geld
Erwirkt hatte die Sperre Andreas Grabenweger, der Masseverwalter von René Benko. Er sieht das Vermögen der Stiftung kritisch. Aus seiner Sicht besteht der Verdacht, dass Geld in der Stiftung vor Gläubigern geschützt worden sein könnte. René Benko beziehungsweise sein Anwalt vertreten hingegen die Position, dass das Vermögen der Ingbe-Stiftung nicht René Benko gehöre.
Familie begünstigt
Die Ingbe-Stiftung erhielt ihr Vermögen zwar von Signa-Gründer René Benko. Begünstigt sind laut Angaben aber Mitglieder seiner Familie. Besonders im Mittelpunkt steht dabei seine Mutter Ingeborg Benko, nach der die Stiftung benannt ist. Genau deshalb ist die Frage, wem das Geld tatsächlich zuzurechnen ist, ein zentraler Punkt im Streit.
Noch nicht vorbei
Ganz abgeschlossen ist die Sache damit aber nicht. Grabenweger kann noch das Liechtensteiner Höchstgericht anrufen. Damit könnte der Rechtsstreit um die Stiftung weitergehen. Fix ist derzeit: Die bisherige Sperre über rund 50 Millionen Franken wurde aufgehoben. Mit der Entscheidung sind auch hohe Verfahrenskosten verbunden. Laut dem Beschluss des fürstlichen Obergerichts, der der APA auszugsweise vorliegt, muss Grabenweger rund 317.000 Franken zahlen. Davon gehen rund 164.000 Franken an die Stiftung und rund 153.000 Franken an Ingeborg Benko. Das entspricht insgesamt etwa 345.000 Euro.