40 Grad am Siebenschläfertag: Drohen jetzt sieben Wochen Hitze?
"Regnet's am Siebenschläfertag, der Regen sieben Wochen nicht weichen mag." Diese Bauernregel ist in Österreich allgemein bekannt. Doch stimmt sie tatsächlich? Und was hat der Siebenschläfertag mit dem kleinen Nagetier zu tun?
Am 27. Juni ist Siebenschläfertag. Viele werfen deshalb heute einen besonders genauen Blick aus dem Fenster. Denn einer alten Bauernregel zufolge entscheidet das Wetter an diesem Tag darüber, wie sich die kommenden Wochen entwickeln.
Mehr als nur eine Bauernregel
Tatsächlich zählt der Siebenschläfertag zu den wenigen Bauernregeln, die Meteorologen nicht einfach als Aberglauben abtun. Statistische Auswertungen zeigen, dass sie erstaunlich oft zutrifft. Je nach Untersuchung liegt die Trefferquote zwischen 60 und über 75 Prozent. Der Grund dafür ist allerdings nicht Magie, sondern ein Wetterphänomen namens „meteorologische Singularität“: Ende Juni bzw. Anfang Juli etablieren sich in Mitteleuropa oft stabile Wetterlagen, die sich über mehrere Wochen halten können.
Jetstream spielt die Hauptrolle
Dazu kommt, dass sich Ende Juni beziehungsweise Anfang Juli häufig der sogenannte Jetstream stabilisiert – ein Starkwindband in großer Höhe, das die Zugbahnen von Hoch- und Tiefdruckgebieten beeinflusst. Liegt der Jetstream weiter nördlich, dominieren oft Hochdruckgebiete. Das sorgt über längere Zeit für trockenes, sonniges und warmes Wetter. Verläuft er hingegen weiter südlich, gelangen immer wieder Tiefdruckgebiete nach Mitteleuropa. Dann bleibt das Wetter häufig wechselhaft und regnerisch.
Wie gut kommst du mit Hitzeperioden klar?
Eigentlich wäre der Stichtag später
Ganz genau genommen ist der 27. Juni heute gar nicht mehr der „richtige“ Siebenschläfertag. Durch die gregorianische Kalenderreform im Jahr 1582 verschob sich der ursprüngliche Lostag um rund zehn Tage. Meteorologen sehen deshalb eher die erste Juliwoche – etwa den Zeitraum zwischen dem 5. und 10. Juli – als entscheidend für den weiteren Sommerverlauf.
Hat das etwas mit dem Tier zu tun?
Doch warum eigentlich Siebenschläfertag? Was hat das süße Nagetier mit dem Verlauf des Sommerwetters zu tun? Die kurze Antwort: Gar nichts. Trotz des Namens besteht keinerlei Zusammenhang mit dem Siebenschläfer. Der Gedenktag erinnert nämlich an eine christliche Legende aus der Antike. Der Überlieferung nach versteckten sich sieben junge Christen während der Christenverfolgung in einer Höhle nahe der Stadt Ephesos. Dort sollen sie lebendig eingemauert worden, jedoch nicht gestorben sein. Der Legende nach schliefen sie stattdessen fast 200 Jahre lang, bevor sie wieder erwachten. An dieses Ereignis erinnert der Siebenschläfertag bis heute.
Sieben Wochen Hitzewelle?
Ob sich der heurige Sommer tatsächlich an die Siebenschläferregel hält, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Die meisten werden wohl aufgrund der anhaltenden Hitzewelle dieses Wochenende hoffen, dass die Bauernregel in diesem Jahr nicht zutrifft. Dieses Wochenende werden in Teilen Österreichs nämlich bis zu 42 Grad erwartet: 42 Grad nicht ausgeschlossen: Das sind die Hitze-Hotspots am Sonntag.
Bauernregeln zum Siebenschläfertag
Eingangs wurde bereits eine populäre Bauernregeln zum Siebenschläfertag erwähnt, es ist jedoch nicht die einzige. Über die Jahrhunderte sind zahlreiche Varianten entstanden. Zu den bekanntesten zählen:
- Wie’s Wetter am Siebenschläfertag, so der Juli werden mag.
- Regnet’s am Siebenschläfertag, der Regen sieben Wochen nicht weichen mag.
- Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne.
- Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass.
- Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt.