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Foto auf 5min.at zeigt einen LKW nach einem Crash-Test.
ÖAMTC-Test zeigt: Bei Auffahrunfällen mit schweren Lkw stoßen Notbremsassistenten und Unterfahrschutz noch immer an klare Grenzen.

Stau-Ende als Todesfalle: ÖAMTC-Test zeigt gefährliche Lücke

Ein ÖAMTC-Test zeigt: Notbremsassistenten und Unterfahrschutz verhindern Auffahrunfälle mit schweren Lkw noch nicht zuverlässig. In der Steiermark starben 2025 acht Menschen bei solchen Unfällen, in Kärnten vier.

von Julia Waldhauser Teamfoto von 5min.at: Julia Waldhauser ist für die Online-Redaktion Graz tätig.
2 Minuten Lesezeit(393 Wörter)
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Unfälle mit schweren Lkw über 3,5 Tonnen passieren vergleichsweise selten. Wenn es kracht, sind die Folgen aber oft verheerend. Laut Statistik Austria waren schwere Lkw 2025 österreichweit nur an drei Prozent aller Verkehrsunfälle beteiligt. Trotzdem kamen dabei 73 Menschen ums Leben. Das entspricht rund einem Fünftel aller Verkehrstoten.

Gefahr am Stauende

Besonders gefährlich wird es am Stau-Ende auf Autobahnen. Dort kann ein Pkw auf ein langsam fahrendes oder stehendes Fahrzeug auffahren. Im Jahr 2024 gab es 167 solcher Unfälle, elf Menschen starben. „Das Problem ist: Gerät ein Pkw unter das Heck des Lkw, das sich auf Höhe der Frontscheibe befindet, sind schwere, oft tödliche Kopfverletzungen die Folge“, erklärt ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nosé. Genau solche Situationen sollen Sicherheitssysteme verhindern.

Test zeigt Lücken

Der ÖAMTC testete sieben aktuelle Pkw-Modelle in verschiedenen Auffahr-Szenarien. Gefahren wurde gegen eine aufblasbare Lkw-Attrappe, und zwar bei 56 bis 130 km/h. Einige Fahrzeuge zeigten schon bei 56 km/h weder eine Warnung noch einen Bremseingriff. Bei mehr als 100 km/h konnte kein System eine Kollision in allen Szenarien verhindern. Das gilt, obwohl alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt wurden.

Schutz hielt nicht

Auch der Unterfahrschutz wurde geprüft. Beim Crashtest mit 56 km/h gegen einen Auflieger nach der Norm UN ECE R58.03 blieb der gewünschte Schutz aus. Der Pkw fuhr bis zur B-Säule unter den Auflieger und kam erst an der Hinterachse des Anhängers zum Stillstand. Laut ÖAMTC lag das nicht am Querträger selbst, sondern an der Verschraubung am Auflieger. Ohne passende Abstützung kann der Unterfahrschutz seine Wirkung nicht erreichen.

So schützt du dich

Dass es besser geht, zeigte laut ÖAMTC ein Test von Euro NCAP. Ein vom amerikanischen Testlabor IIHS mit „Toughguard“ zertifizierter Auflieger konnte das Unterfahren eines Pkw verhindern. ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nosé zieht daher ein klares Fazit: „Bestehende Systeme wirken zwar, decken aber noch nicht alle realen Szenarien zuverlässig ab – insbesondere bei der Erkennung des Stau-Endes. Gesetzgeber und Hersteller müssen hier nachschärfen. Verkehrsteilnehmer sollten auch auf monotonen Strecken stets aufmerksam bleiben, bei herannahendem Stau-Ende die Warnblinkanlage betätigen, um den Nachfolgeverkehr zu warnen, Assistenzsysteme aktiviert lassen und ausreichend Abstand halten.“ In den Bundesländern zeigt sich die Gefahr deutlich: In der Steiermark gab es 2025 186 Unfälle mit schweren Lkw und acht Tote, in Kärnten 63 Unfälle und vier Tote.

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