Nur mit Termin? Italiens Strände führen Buchungspflicht für Urlauber ein
Strandurlaub nur noch mit Ticket? Italien kämpft gegen Übertourismus. Wer an beliebten Buchten baden will, muss jetzt oft vorab per App reservieren oder Eintritt zahlen.
Italiens Küsten ziehen in den Sommermonaten Millionen von Badegästen an, doch die Masse an Urlaubern wird für die Natur zunehmend zur Belastung, wie italienische Medien berichten. Um dem Phänomen des Übertourismus wirksam zu begegnen, setzen immer mehr Gemeinden auf strenge Regulierung. Wer einen unbeschwerten Strandtag verbringen möchte, benötigt vielerorts weit mehr als nur Handtuch, Sonnencreme und Badekleidung. Stattdessen bestimmen digitale Reservierungssysteme, Obergrenzen für Besucher und teils auch Eintrittsgelder sowie Parkgebühren den sommerlichen Strandbesuch.
Plätze begrenzt und reduziert
In Venetien geht man im Badeort Jesolo einen anderen Weg, um den Komfort zu erhöhen: Hier werden die klassischen Strandparzellen vergrößert, sodass den Gästen statt der bisherigen drei mal zwei Meter nun Flächen von vier mal vier Metern für mehr Privatsphäre zur Verfügung stehen. Die Maßnahme hat jedoch ihren Preis, da die Gesamtzahl der aufgestellten Sonnenschirme dadurch schätzungsweise um rund 20.000 sinkt. An der ligurischen Baia del Silenzio in Sestri Levante ist der Zugang zwar kostenfrei, wird aber über Kontrollpunkte überwacht, da sich zeitgleich höchstens 450 Personen am Ufer aufhalten dürfen. Ähnliche Gratis-Reservierungssysteme finden sich in den Marken an der Due-Sorelle-Bucht bei Sirolo sowie im Meeresschutzgebiet Gaiola vor den Toren Neapels, wo pro Zeitfenster lediglich 200 Besucher erlaubt sind. Auch auf Lampedusa ist die berühmte Spiaggia dei Conigli nur nach vorheriger Anmeldung zugänglich, wobei das Limit bei 550 Personen je Zeitfenster liegt, wie die „Kleine Zeitung“ berichtet.
Fährst du 2026 in den Urlaub?
Apps dominieren den Süden
Als Vorreiter der Entwicklung gilt jedoch Sardinien, wo zahlreiche Abschnitte streng reglementiert sind, teilweise digital. Ein Beispiel für die neuartige Verwaltung des Badetourismus ist der Strand La Pelosa bei Stintino im Norden Sardiniens. Bis Mitte Oktober wird der Einlass dort streng auf 1.500 Personen am Tag begrenzt. Ein Zutritt ist ausschließlich mittels Vorab-Onlinebuchung und dem Vorzeigen eines QR-Codes möglich. Während Kinder unter zwölf Jahren kostenlos baden, zahlen Erwachsene eine Gebühr von 3,50 Euro. Ein ähnliches Konzept verfolgt die Bucht von Teulada am Strand Tuerredda seit dem abgelaufenen Jahr, wo ebenfalls eine App zum Einsatz kommt – wir haben berichtet. Um das System effizient zu nutzen, verfällt der gebuchte Platz zudem unwiderruflich, falls man nicht pünktlich zum reservierten Zeitpunkt erscheint.