Alle außer Kärnten müssen warten: Digitaler Eltern-Kind-Pass verschoben
Der elektronische Eltern-Kind-Pass kommt offenbar später als geplant. Statt wie vorgesehen im Herbst 2026 dürfte das digitale System nun erst 2027 flächendeckend eingeführt werden.
Der digitale Eltern-Kind-Pass soll das bisherige gelbe Untersuchungsheft schrittweise ersetzen. Eltern sollen künftig medizinische Einträge, Untersuchungsergebnisse und Termine digital verwalten können. Zudem sind Erinnerungsfunktionen sowie der Zugriff über eine App und ein Webportal vorgesehen.
Zunächst nur Testbetrieb
Nach aktuellen Informationen ist für 2026 lediglich ein Pilotbetrieb in Kärnten geplant. In den übrigen Bundesländern soll der klassische Eltern-Kind-Pass in Papierform vorerst weiterhin verwendet werden. Die endgültige Entscheidung über die neuerliche Verschiebung soll im Nationalrat getroffen werden. Bereits Ende des vergangenen Jahres war der ursprünglich frühere Starttermin auf Oktober 2026 verlegt worden. Nun dürfte sich das Projekt ein weiteres Mal verzögern. Grund dafür sind Verzögerungen bei der technischen Umsetzung.
Kritik an erneuter Verzögerung
Die neuerliche Verschiebung sorgt bereits für Kritik. Gesundheitssprecher der Grünen, Ralph Schallmeiner, spricht von einem weiteren Rückschlag für die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Aus seiner Sicht würden Familien und medizinisches Personal dadurch länger auf die Vorteile des digitalen Systems warten müssen.
Was sich ändern soll
Mit dem elektronischen Eltern-Kind-Pass sollen künftig sämtliche Untersuchungen von der Schwangerschaft bis in die ersten Lebensjahre eines Kindes digital erfasst werden. Eltern sollen jederzeit auf die Daten zugreifen können und automatisch an anstehende Untersuchungen erinnert werden. Für die Nutzung ist eine Anmeldung mittels ID Austria vorgesehen. Der bisherige Eltern-Kind-Pass in Papierform bleibt bis zur vollständigen Einführung des digitalen Systems weiterhin gültig.