Ertrinken passiert oft lautlos: Rotes Kreuz warnt Familien
Das Rote Kreuz warnt vor Sommernotfällen. Hitze, Wasser und Kreislaufprobleme werden oft unterschätzt. Schon wenige Minuten können entscheidend sein.
Ein Sprung ins kalte Wasser nach langem Sonnenbaden, ein Kreislaufkollaps beim Wandern oder ein Kind, das am Badesee plötzlich untergeht: Mit den sommerlichen Temperaturen steigt auch die Zahl der Notfälle. „Die meisten Sommernotfälle beginnen harmlos und werden unterschätzt. Dabei können wenige Minuten entscheidend sein. Wer weiß, was zu tun ist, kann Leben retten“, sagt OÖ. Rotkreuz-Präsident Gottfried Hirz. Besonders gefährdet sind Säuglinge, Kinder, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen.
Warnzeichen erkennen
Hohe Temperaturen können den Körper rasch an seine Grenzen bringen. Anzeichen für einen Hitzenotfall sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, ein hochroter Kopf, erhöhte Körpertemperatur und Schüttelfrost. „Für Ersthelferinnen und Ersthelfer ist die genaue Unterscheidung zwischen Sonnenstich und Hitzschlag nicht entscheidend. Wichtig ist, rasch zu handeln. Schatten, Kühlung und ausreichend Flüssigkeit können verhindern, dass sich der Zustand weiter verschlechtert“, sagt Roman Herndl, Erste-Hilfe-Verantwortlicher der Rotkreuz-Akademie. Betroffene sollten sofort an einen kühlen Ort gebracht werden.
Rasch kühlen
Kopf und Nacken sollten mit feuchten Tüchern gekühlt werden. Dazu braucht der Körper ausreichend Flüssigkeit. Bewährt haben sich Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Fruchtsäfte. Bessern sich die Beschwerden nicht rasch, sollte medizinische Hilfe angefordert werden.
Wasser bleibt Gefahr
Neben der Hitze zählt auch Wasser zu den großen Gefahren im Sommer. Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit kamen 2024 österreichweit 39 Menschen durch Ertrinken ums Leben. Ertrinken zählt weiterhin zu den häufigsten tödlichen Unfallursachen bei Kindern. „Viele Menschen stellen sich einen Ertrinkungsunfall laut und dramatisch vor. Tatsächlich passiert er oft nahezu geräuschlos. Vor allem kleine Kinder können innerhalb weniger Sekunden untergehen, ohne dass es jemand bemerkt. Aber auch Erwachsene können beispielsweise aufgrund eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls plötzlich und ohne Hilferufe unter die Wasseroberfläche geraten. Deshalb ist Aufmerksamkeit am Wasser so wichtig“, sagt Herndl.
Notfall-Regel
Alarmzeichen sind Personen, die plötzlich untergehen, ungewöhnlich reglos im Wasser treiben oder am Beckenboden liegen. Wer vermutet, dass jemand in Not geraten ist, sollte sofort andere Personen aufmerksam machen, Hilfe organisieren und auf den Eigenschutz achten. Die wichtigste Regel lautet: Prüfen – Rufen – Drücken. Reagiert die Person nicht, sofort den Notruf 144 wählen. Atmet sie nicht normal, sofort mit der Herzdruckmassage beginnen. „Je früher die Rettungsleitstelle eingebunden wird, desto schneller kann professionelle Hilfe organisiert werden. Gleichzeitig erhalten Ersthelfer am Telefon konkrete Anleitungen für die nächsten Schritte“, sagt Herndl. Weitere Informationen und Termine für Erste-Hilfe-Kurse gibt es unter www.erstehilfe.at.