Sophie (13) seit Jahren bettlägerig – plötzlich soll sie in die Schule
Christoph Luisser ist als Volksanwalt seit einem Jahr im Amt. Und dieses Jahr hatte es in sich. 5.797 Beschwerden kamen rein, davon waren immerhin 1.019 berechtigt. Einer dieser Fälle betrifft die 13-jährige Sophie.
Der Fall rund um die 13-jährige Sophie geht besonders unter die Haut. Sie ist aus dem Bezirk Wiener Neustadt (Niederösterreich) und vor Jahren schwer an Corona erkrankt. Seitdem ist die junge Niederösterreicherin bettlägerig, sie konnte in den letzten vier Jahren auch nicht in die Schule und wurde zu Hause unterrichtet. Dort schrieb sie auch die Prüfungen. Dafür kam extra ein Lehrer zu dem Mädchen.
„Einem schwerkranken Kind wird der einzige Halt im Leben genommen…“
Nun hätte sie plötzlich wieder in die Schule kommen müssen, obwohl ihr eine Transportunfähigkeit attestiert war. Immerhin: Vom Gegenstand „Digitale Grundbildung“ ist sie befreit, Grund dafür ist die krankheitsbedingte Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Luisser zur aktuellen Situation, in der sich die junge Niederösterreicherin befindet: „Einem schwerkranken Kind wird der einzige Halt im Leben genommen. Zwischenzeitlich konnten wir eine Notlösung für Sophie erreichen. Die Ablegung sämtlicher Prüfungen in digitaler Form ist für uns ein Etappensieg, jedoch keine zufriedenstellende Lösung. Ich werde an Sophies Seite weiterkämpfen, bis der ursprüngliche Präsenzheimunterricht wieder hergestellt wird.“
Volksanwalt zieht Bilanz von erstem Jahr im Amt
Luisser zieht auch ansonsten Bilanz über sein erstes Jahr. Seit seinem Amtsantritt am 1. Juli 2025 bearbeitete er nicht weniger als 5.797 Beschwerden, wobei der Großteil davon (3.247) die Verwaltung des Bundes betrafen. In etlichen Fällen konnte dabei auch ein Umdenken erwirkt werden. Fast 20 Prozent der Beschwerden waren übrigens gerechtfertigt. Luisser sei es „ein großes Anliegen, mit gespitzten Ohren hinzuhören, die Sorgen der Bürger ernst zu nehmen und den Behörden genau auf die Finger zu schauen“. Luisser ist sich auch sicher: „Die Bürger haben das Recht, vom Staat gehört zu werden – ich verleihe ihnen die Stimme.“
Bundesländer- und Gemeindebeschwerden – Wien als Spitzenreiter
Neben der Kontrolle von Bundesbehörden zählen auch die Verwaltungsapparate der Bundesländer und Gemeinden (mit Ausnahme von Vorarlberg und Tirol) zum Prüfumfang der Volksanwaltschaft. Dabei zeigt sich: Mit großem Abstand die meisten Beschwerden kamen in Wien herein (1.917), dahinter folgen Niederösterreich (203) und Oberösterreich (146). Immerhin 44 Prozent aller eingeleiteten Prüfverfahren betreffen Beschwerden über die Länder- und Gemeindeverwaltungen. „Die Wahrnehmung von Problemfeldern in den Regionen ist das Um und Auf. In vielen Fällen lauern die Probleme, Ängste und Sorgen der Bürger unmittelbar vor der Haustür. Eine fehlende Unterstützung in den Regionen wäre katastrophal und würde viele Menschen allein im Regen stehen lassen“, sagte Luisser abschließend.