Nach 50 Jahren ist Schluss: Traditionsbetrieb steht vor Verkauf
Fast ein halbes Jahrhundert prägte Hermann Hüthmayr den Tourismus im Almtal. Jetzt zieht sich der 74-Jährige endgültig zurück. Sein bekanntes Berghotel am Kasberg steht vor dem Verkauf.
Für viele Gäste gehört das Berghotel am Kasberg seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Ausflugszielen im Almtal. Nun endet ein langes Kapitel: Hermann Hüthmayr zieht sich aus dem Berufsleben zurück. Mit dem Verkauf des traditionsreichen Hauses verabschiedet sich der 74-Jährige endgültig aus dem Tourismus.
Ein Hotel mit Geschichte
Die Geschichte des Berghotels reicht bis ins Jahr 1969 zurück. Damals errichtete Hüthmayrs Vater den Betrieb auf rund 1.200 Metern Seehöhe. Wenige Jahre später stieg der heutige Eigentümer in den Familienbetrieb ein und entwickelte das Haus Schritt für Schritt weiter. Aus dem einstigen Beherbergungsbetrieb entstand ein Hotel mit Gästezimmern, Wellnessbereich und Seminarräumen, mitten im Wander- und Skigebiet des Kasbergs. Doch Hermann Hüthmayr war weit mehr als Hotelier. Über Jahrzehnte engagierte er sich für den Tourismus im Almtal und übernahm zahlreiche Aufgaben. Bereits mit 24 Jahren wurde er in den Tourismusverband geholt. Damals erlebte der Kasberg einen regelrechten Aufschwung. Die Region entwickelte sich zu einem beliebten Wintersportgebiet, die Skischule zählte zeitweise zu den größten in Oberösterreich.
Schwierige Jahre am Kasberg
In den vergangenen Jahren veränderte sich die Situation jedoch deutlich. Wirtschaftliche Herausforderungen und finanzielle Schwierigkeiten setzten dem Skigebiet zu. 2023 musste schließlich Insolvenz angemeldet werden. Hüthmayr begleitete diese Entwicklung aus nächster Nähe. Trotz zahlreicher Rückschläge glaubte er stets an die Zukunft des Kasbergs. Gleichzeitig räumt er ein, dass ihn die jahrelangen Auseinandersetzungen viel Kraft gekostet hätten.
Gesundheit gibt den Ausschlag
Bereits zum Jahreswechsel legte der 74-Jährige seine Funktionen im Tourismus zurück. Nun folgt der letzte Schritt. Sein Berghotel steht zum Verkauf. Nach Medienberichten liegt der Kaufpreis bei rund 1,7 bis 1,8 Millionen Euro. Gespräche mit mehreren Interessenten sollen bereits laufen. Mit einem Augenzwinkern sagt Hüthmayr auf die Frage, wann der Verkauf abgeschlossen sein soll: „Laut meinem Arzt morgen.“