Millionenschäden: Hagelunwetter wüteten heuer schon früh in Österreich
Die Hagelsaison hat dieses Jahr schon besonders früh angefangen. Zahlreiche Schäden waren bereits zu verzeichnen. Wir wissen genau, wann und wo bisher in der Landwirtschaft in Österreich größere Schäden entstanden sind.
In mehreren Wellen hat die diesjährige Unwettersaison bisher schon Hagelereignisse gebracht. Teilweise waren diese derart schadensträchtig, dass Millionenschäden in der österreichischen Landwirtschaft zu verzeichnen waren. Nachdem in den letzten Tagen diesbezüglich vorerst etwas Ruhe eingekehrt ist, lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit und eine Zwischenbilanz. Wir haben für euch zusammengesucht, wann wo und wie hoch die größten Schäden der bisherigen Unwetter in der Landwirtschaft waren.
Erstes stärkeres Hagelunwetter Anfang Mai in Oberösterreich
Angefangen hat alles bereits Anfang Mai. Am 6. Mai dieses Jahres haben die hohen Temperaturen Hagel, Starkregen und Verschlämmungen vor allem im Innviertel in Oberösterreich verursacht. Der Gesamtschaden in der Landwirtschaft hat sich beim ersten größeren Unwetter des Jahres auf rund 1,5 Millionen Euro belaufen. „Die aktuellen Unwetter zeigen einmal mehr, dass mit zunehmender Hitze auch die Gefahr von Wetterextremen steigt“, sagte Anfang Mai der zuständige Landesdirektor der Hagelversicherung (ÖHV), Wolfgang Winkler.
Kärnten und Burgenland von Hagelunwetter getroffen
Das zweite schadenträchtigere Unwetter hat dann Ende Mai, am 27. des Monats, Kärnten und das Burgenland getroffen. Betroffen waren insbesondere die Bezirke Güssing und Oberwart (Burgenland) sowie die Bezirke Völkermarkt und St. Veit an der Glan (Kärnten) und dort sind jeweils Ackerkulturen wie Mais, Getreide, Raps und das Grünland in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Schäden im Burgenland lagen bei rund 700.000, in Kärnten bei knapp 300.000 Euro, so die ÖHV.
Schwere Schäden durch Unwetterfront Ende Mai
Ebenfalls Ende Mai, am 31., hat eine Unwetterfront dann schwere Schäden in der Steiermark verursacht. Zwei Millionen Euro Schaden wurde vor allem in den Bezirken Weiz, Hartberg-Fürstenfeld, Südoststeiermark und Graz-Umgebung an Acker- und Obstkulturen sowie dem Grünland angerichtet. Mehr als eine halbe Million Euro warn es im Bezirk Güssing, wo ebenfalls landwirtschaftliche Kulturen beschädigt wurden.
Kleinräumiges aber heftiges Unwetter bringt golfballgroße Hagelkörner
Ein kleinräumiges, aber heftiges Unwetter mit golfballgroßen Hagelschloßen hat am 14. Juni 2026 dann Schäden in der Kärntner Landwirtschaft verursacht. „Vom Unwetter betroffen war der Bezirk Völkermarkt, insbesondere Eberndorf. Der Hagel verursachte erhebliche Schäden an Kulturen wie Getreide, Grünland, Soja, Mais und Kürbis“, so Hubert Gernig, Landesleiter der ÖHV in Kärnten, der die Schäden auf rund 450.000 Euro schätzt. Ebenfalls betroffen von einem heftigen Unwetter war die Südsteiermark. Dieses hat dort erhebliche Schäden im Weinbau verursacht. Das Schadensausmaß: 1,3 Millionen Euro.
Schäden in mehreren Bundesländern nach extremer Hitze
Die stärksten und schadensträchtigsten Hagelunwetter sind schließlich zum Ende der extremen Hitzewelle Ende Juni und Anfang Juli geschehen. Diese haben schwere Schäden in der Landwirtschaft in der Steiermark, in Niederösterreich, in Oberösterreich, im Burgenland und in Tirol verursacht. Besonders betroffen waren Grünland, Mais, Soja, Raps und Getreide. Die Schäden? Über vier Millionen Euro über alle Bundesländer hinweg. Konkret waren es in der Steiermark 1,3 Millionen, in Niederösterreich 1,1 Millionen, in Oberösterreich 750.000, im Burgenland 600.000 und in Tirol 350.000 Euro.
Stärkste Hagelmonate sind Juni, Juli und August
Und das waren freilich nicht alle Schadensereignisse in der österreichischen Landwirtschaft in Kombination mit Hagel. So hat es unter anderem auch Mitte Mai ein Ereignis mit Schäden gegeben. Diese seien „lokal in der Landwirtschaft in der Steiermark und in Niederösterreich durch Starkregen, Hagel und Verschlämmung“ entstanden, hieß es damals auf 5 Minuten-Anfrage seitens der ÖHV. Und wir haben eigentlich erst die Hälfte der Hagelsaison „geschafft“. Die stärksten Hagelmonate sind nämlich der Juni, der Juli und der August. Immerhin: Die nächsten Tage dürften, mit Ausnahme von vereinzelten teils gewittrigen Schauern, eher ruhig bleiben. Es wird auch wieder etwas heißer, alles dazu hier: Hitze-Warnungen: Karten zeigen, wo es jetzt in Österreich wie heiß wird.