Wie Pensionisten in Österreich bald tausende Euro mehr bekommen könnten
Mit 1. Jänner 2027 soll es in Österreich einen "klaren finanziellen Anreiz für Menschen, die nach dem gesetzlichen Pensionsantrittsalter freiwillig weiterarbeiten" geben: die Aktivpension. Diese bringt teils tausende Euro im Jahr.
Die Aktivpension bringt Menschen in Österreich, die über das Pensionsantrittsalter hinweg freiwillig weiterarbeiten, einen steuerlichen Aktivitätsfreibetrag von bis zu 15.000 Euro im Jahr. Außerdem soll für erwerbstätige Pensionisten künftig auch der eigene Beitrag zur Pensionsversicherung entfallen. Bestehen bleibt dann lediglich noch der Dienstgeberbeitrag.
Diese Personen können von Aktivpension profitieren
Insgesamt profitieren so drei Gruppen von Menschen. Einerseits jene, die ihren Pensionsantritt über das gesetzliche Regelpensionsalter hinausschieben, andererseits jene, die bereits eine Pension beziehen und daneben weiterarbeiten. Außerdem profitieren Personen, die in Teilpension sind, wenn sie ab dem Regelpensionsalter weiterhin erwerbstätig sind. Es gibt allerdings auch Voraussetzungen: Männer müssen mindestens 480 Versicherungsmonate (40 Jahre) und Frauen mindestens 408 Versicherungsmonate (34 Jahre) vorweisen können.
Überblick: Wer von der Aktivpension profitiert
- Menschen, die ihren Pensionsantritt über das gesetzliche Regelpensionsalter hinausschieben
- Menschen, die bereits Pension beziehen und daneben weiterarbeiten
- Menschen, die in Teilpension sind
Mindestvoraussetzung: 40 Versicherungsjahre bei Männern, 34 Versicherungsjahre bei Frauen
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Warum die Voraussetzungen für die Aktivpension unterschiedlich sind
Übrigens: Die Voraussetzungen (Versicherungsjahre) werden bei Frauen bis 2033 an jene der Männer angeglichen. Bis 2033 sollen die Voraussetzungen dann auch bei den Frauen an das Niveau der Männer angeglichen werden. Grund dafür ist, dass Frauen aktuell noch nicht im gleichen Alter wie Männer in Pension dürfen. Alles dazu auch hier: Pensionsalter: Wieso Österreicherinnen immer länger arbeiten müssen.
„Aktivpension ist kein Zwang zur Arbeit in der Pension“
Und das Wirtschaftsministerium versichert: „Die Aktivpension ist kein Zwang zur Arbeit in der Pension. Sie ist ein Bonus fürs freiwillige Weiterarbeiten.“ Arbeitet man länger, soll man nicht gebremst werden sondern mehr Netto vom Brutto haben, so das Ministerium. Der Vorteil hängt dabei von der jeweiligen Situation ab. In einigen Beispielen, die wir für euch in der folgenden Infobox aufzählen, zeigt man daher auf, wie die Aktivpension konkret wirken wird.
Beispiele, wie die Aktivpension wirkt:
- Krankenpfleger mit geringem Zuverdienst
Ein Krankenpfleger ist bereits in Pension, arbeitet zur Bruttopension von 1.700 Euro rund fünf Stunden pro Woche weiter. Für diese fünf Stunden bekommt er zusätzlich 500 Euro im Monat. Durch die Aktivpension wird er jährlich noch einmal um 1.630 Euro profitieren.
- Verkäuferin in Teilzeit
Eine Verkäuferin bekommt 2.000 Euro Bruttopension monatlich, sie arbeitet Teilzeit mit 20 Stunden die Woche nach dem Regelpensionsalter weiter und bekommt durch den Job noch einmal 2.000 Euro im Monat. Durch die Aktivpension ergibt sich für sie ein jährlicher Vorteil von 7.668 Euro.
- Industriearbeiter mit moderatem Zuverdienst
Ein Industriearbeiter bekommt brutto monatlich 2.400 Euro an Pension ausgezahlt, bleibt seinem Betrieb aber für etwa zwölf Stunden die Woche erhalten. Dafür bekommt er 1.250 Euro brutto monatlich zusätzlich. Die Aktivpension bringt ihm noch einmal einen jährlichen Vorteil von 6.099 Euro. Schiebt er seinen Pensionsantritt auf und arbeitet Vollzeit für 4.000 Euro brutto weiter, beträgt die Entlastung sogar 7.269 Euro im Jahr.
- Büroangestellte mit höherem Zuverdienst
Eine Büroangestellte bekommt 3.000 Euro Pension pro Monat und arbeitet nach dem Antrittsalter rund 30 Stunden die Woche weiter. Dafür bekommt sie 3.000 Euro im Monat. Durch die Aktivpension wird sie um weitere 8.296 Euro im Jahr enlastet.
Im Pensionsbereich wird auch gespart – wo und wie
Neben dieser Aktivmaßnahme, die Pensionisten bzw. Menschen über dem Regelpensionsalter begünstigt, werden auch noch Sparmaßnahmen in dem Bereich gesetzt. So werden etwa die beiden kommenden Pensionserhöhungen unter der Inflation liegen. Wie jene für das Jahr 2027 aussieht, steht bereits fest. Mehr dazu hier: Pensionserhöhung 2027: So viel Geld bekommen Millionen Österreicher mehr. Zusätzlich findet bei jenen Personen, die bereits eine Korridorpension antreten dürften, aber das gesetzliche Antrittsalter noch nicht erreicht haben, verschärft. Das hat für eine hitzige Debatte im Nationalrat gesorgt. Alles dazu könnt ihr hier nachlesen: „Pensionsverlust von 280 Euro pro Jahr“: Verschärfung sorgt für hitzige Debatte.