PV-Förderung: Tausende Österreicher gehen leer aus
In den späten Nachmittagsstunden des 16. Juni 2026 wurde der zweite Fördercall für Investitionszuschüsse im Bereich Photovoltaik gestartet. Das Geld war schnell verbraucht, tausende Anträge wurden abgelehnt.
Am 16. Juni 2026 um 17 Uhr ging es los. Ab dann konnte man beim zweiten bundesweiten Fördercall für Investitionszuschüsse im Bereich Photovoltaik mitmachen. Bis 30. Juni 2026 waren Anträge. Knapp 28.000 Anträge wurden in dem Zeitraum eingereicht, „aufgrund der begrenzten Mittel können jedoch nur rund 3.000 Anträge berücksichtigt werden“, heißt es nun aus dem Wirtschaftsministerium. Rund 25.000 Anträge können damit nicht bedient werden. Das war bereits im ersten Fördercall ein Problem, bei welchem ebenfalls 16.000 Antragsteller leer ausgegangen sind.
Staatssekretärin will „raus aus der Gießkanne“
Insgesamt sind für den zweiten Call rund 20 Millionen Euro zur Verfügung gestanden, beantragt wurden aber Förderungen in Höhe von rund 120 Millionen Euro. Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner spricht von einem „strukturellen Problem“, das durch den zweiten Fördercall sichtbar geworden sei. „Die Nachfrage nach Photovoltaik-Förderungen ist weiterhin enorm, gleichzeitig passt die bestehende Förderlogik nicht mehr ausreichend zu den Realitäten am Markt und im Stromsystem.“ Mit der geplanten EAG-Novelle möchte man darauf eine Antwort geben und „raus aus der Gießkanne“ kommen.
So soll die künftige PV-Förderung verändert werden
Die entscheidende Frage würde künftig nicht mehr nur lauten, wie viel Strom man erzeugt, sondern auch, wann er erzeugt, wo er gebraucht und wie er gespeichert wird. „Genau diese Fragen müssen sich auch in der Förderpolitik widerspiegeln“, so Zehetner. Förderungen dürften demnach nicht mehr nur auf möglichst viel zusätzliche Erzeugung abzielen, sondern müssten stärker Speicher, Eigenverbrauch, Netzintegration und Systemdienlichkeit in den Mittelpunkt stellen. Mit der Novelle geht man genau darauf ein, Fördermittel können dann auch flexibler eingesetzt werden. Das Wirtschaftsministerium dazu: „Staatliche Unterstützung gibt es dort, wo Anlagen nicht nur Strom erzeugen, sondern auch zur Eigenversorgung beitragen, das Netz entlasten und europäische Wertschöpfung berücksichtigen.“ Man möchte künftig nicht mehr Steuergeld für Anlagen geben, „die zwar Strom produzieren, aber das Netz zusätzlich belasten“.
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PV-Förderung künftig maximal 20 statt wie bisher bis zu 30 Prozent
Die Förderintensität soll für Photovoltaik daher gesenkt werden. Künftig beträgt die Förderung maximal 20 statt wie bisher bis zu 30 Prozent. Gleichzeitig soll die Förderhöhe per Verordnung ab 2027 auch deutlich unter den Empfehlungen des EAG-Gutachtens angesetzt werden können. Damit möchte man rascher und flexibler auf Marktpreise, Kostendegression und budgetäre Rahmenbedingungen reagieren. Zudem werden Förderungen im Klein-PV-Bereich künftig eben stärker an netzdienliche Speicher und Made-in-Europe-Komponenten geknüpft. Die EAG-Novelle befindet sich derzeit in Koordinierung und soll so bald wie möglich in Begutachtung gehen, hofft man. „Ziel ist es, die Förderlogik ab dem Förderjahr 2027 spürbar zu verbessern und stärker an den Anforderungen eines modernen Energiesystems auszurichten“, so das Ministerium. Und Zehetner abschließend: „Wir wollen Photovoltaik weiter ausbauen, aber smarter, treffsicherer und stärker mit Speicher und Netzen zusammengedacht.“