Mehr als nur eklig: So gefährlich ist Urin im Chlorwasser
Wer an heißen Tagen in ein gut besuchtes Freibad springt, verdrängt den Gedanken an die genaue Zusammensetzung des Wassers oft lieber. Wasser, das mit Urin angereichert ist, kann jedoch sehr gesundheitsschädlich sein.
Die heimliche Erleichterung im Wasser ist wohl ein Relikt aus Kindertagen, das die meisten nach dem Kindergarten ablegen. Da sich im Sommer die Becken aber vor allem mit den jüngsten Badegästen füllen, liegt der Verdacht nahe. Genau darüber möchte man beim Sprung ins kühle Nass allerdings lieber nicht nachdenken.
Wie gesundheitsschädigend Urin im Schwimmbecken ist
Harn im Schwimmwasser kann gesundheitsschädigend sein. Laut einer 2014 im Fachmagazin „Environmental Science & Technology“ erschienenen Studie der „American Chemical Society“ hängen die im Schwimmbadwasser nachweisbaren Desinfektionsnebenprodukte Chlorcyan und Trichloramin direkt mit dem Eintrag von Urin zusammen.
Brennende Augen, Hustenreiz, Hautausschläge
Die beiden Stoffe Chlorcyan und Trichloramin wirken stark reizend auf Schleimhäute, Haut und Atemwege. Wer intensiv in urinhaltigem Wasser badet oder gesundheitlich vorbelastet ist, riskiert daher ernstere gesundheitliche Konsequenzen. Dazu gehören brennende Augen, Hustenreiz, stärkere Beschwerden bei bestehendem Asthma sowie Hautausschläge. Schon allein aus Rücksicht und zum Schutz der eigenen Gesundheit sollte der Gang zur Toilette bei Harndrang daher selbstverständlich sein.
Auch ungeduscht ins Wasser zu gehen, kann Irritationen verursachen
Nicht nur Urin, sondern auch Rückstände auf unserer Haut kurbeln die Bildung dieser reizenden Stoffe an. Schweiß (besonders der darin enthaltene Harnstoff), Hautschuppen, körpereigene Fette und Bakterien reagieren im Becken mit dem Chlor und reizen im Anschluss Augen, Haut und Atemwege. Gleiches gilt für Make-up und Parfüm – gründliches Duschen vor dem Schwimmen verbessert die Wasserqualität also erheblich.