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Bild auf 5 Minuten zeigt Schweine und eine Kuh
Der Preisunterschied zwischen Schweinefleisch und Rind ist groß.

Teure Rinder, billige Schweine: Große Kluft bei Österreichs Bauern

Die vorläufigen Ergebnisse der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung (LGR) für das Jahr 2025 zeigen nach zwei Verlustjahren in Folge eine deutliche wirtschaftliche Erholung für Österreichs Landwirtschaft.

von Amélie Meier Das Foto auf www.5min.at zeigt die Mitarbeiterin Amelie Meier von 5min.at
4 Minuten Lesezeit(919 Wörter)
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Der Gesamtproduktionswert der heimischen Landwirtschaft kletterte im Vergleich zum Vorjahr kräftig um 10,0 Prozent auf rund 10,91 Milliarden Euro. Auch wenn die notwendigen Vorleistungen im selben Zeitraum um 6,4 Prozent auf gut 6,0 Milliarden Euro anzogen, verblieb ein sattes Plus bei der Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen, die um 14,7 Prozent auf rund 4,9 Milliarden Euro stieg, heißt es laut der Statistik Austria.

Einkommen stieg

Diese positive Dynamik wirkte sich unmittelbar auf die Einkommen aus: Das landwirtschaftliche Faktoreinkommen, welches die Entlohnung der Produktionsfaktoren Boden, Arbeit und Kapital misst, legte nominell um 17,0 Prozent auf rund 3,55 Milliarden Euro zu. Bereinigt um die Inflation entspricht dies einem realen Einkommenszuwachs je Jahresarbeitseinheit von deutlichen 13,1 Prozent. Noch stärker fiel der Zuwachs beim Nettounternehmensgewinn aus, der um 24,7 Prozent auf rund 2,55 Milliarden Euro kletterte, was einem realen Plus je nicht entlohnter Arbeitskraft von 21,4 Prozent entspricht.

Erholung im Pflanzenbau durch besseres Wetter

Nach schweren Ernteausfällen in den Vorjahren profitierte der Pflanzenbau im Jahr 2025 von deutlich günstigeren Witterungsbedingungen, was zu einem Volumenplus von 11,0 Prozent und einem wertmäßigen Anstieg von 9,0 Prozent auf rund 4,47 Milliarden Euro führte. Besonders die Obst- und Weinbauern erlebten ein starkes Comeback. Dank hervorragender Erträge stieg der Produktionswert im Obstbau um 32,8 Prozent auf 505 Millionen Euro. Der Weinbau verzeichnete nach einer historisch kleinen Vorjahresernte eine massive Produktionsausweitung von 34,3 Prozent, was den wertmäßigen Ertrag um 26,4 Prozent auf 639 Millionen Euro steigen ließ. Auch der Getreidesektor legte flächen- und ertragsbedingt wertmäßig um 12,3 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro zu. Ähnlich positiv entwickelten sich die Ölsaaten und Ölfrüchte mit einem Plus von 15,1 Prozent auf 291 Millionen Euro, was vor allem an stark gestiegenen Mengen bei Sonnenblumen, Ölkürbissen und Sojabohnen lag. Weniger erfreulich lief es beim Hackfruchtbau: Bei den Kartoffeln führte eine Rekordernte (+16,1 % im Volumen) zu einem massiven Preisverfall von 19,4 Prozent, wodurch der Produktionswert um 6,5 Prozent auf 123 Millionen Euro sank. Völlig eingebrochen ist die Zuckerrübenproduktion, deren Erzeugungsvolumen nach dem vorherigen Preisverfall um 42,3 Prozent drastisch reduziert wurde, was auch ein moderater Preisanstieg von 8,2 Prozent nicht mehr ausgleichen konnte; der Produktionswert sank hier um 38,1 Prozent auf nur noch 69 Millionen Euro. Die Futterpflanzen schrumpften wertmäßig leicht um 2,5 Prozent auf 659 Millionen Euro, während der Gemüsebau mit einem minimalen Plus von 0,4 Prozent auf 535 Millionen Euro praktisch stabil blieb.

Fleisch und Milch: Teures Rindfleisch gleicht Schweine-Verluste aus

Die tierische Erzeugung kletterte um 10,7 Prozent auf rund 5,24 Milliarden Euro, was primär auf deutliche Preisanstiege von im Schnitt 9,6 Prozent bei einem fast unveränderten Produktionsvolumen von plus 1,0 Prozent zurückzuführen ist. Als wichtigste Triebfeder erwies sich die Rinderproduktion. Obwohl die erzeugte Menge das vierte Jahr in Folge rückläufig war (-2,6 %), explodierten die Erzeugerpreise aufgrund des europaweit extrem knappen Angebots um 29,5 Prozent, was der Sparte ein wertmäßiges Plus von 25,9 Prozent auf 1,21 Milliarden Euro einbrachte. Auch die Milchwirtschaft verzeichnete dank gestiegener Preise (+12,1 %) ein Umsatzplus von 14,5 Prozent auf 2,24 Milliarden Euro. Die Geflügelwirtschaft setzte ihren Wachstumskurs mit einem Plus von 5,6 Prozent auf 305 Millionen Euro fort, und auch die Eierproduktion legte wertmäßig um 8,0 Prozent auf 424 Millionen Euro zu. Das Sorgenkind der Tierhaltung bleibt dagegen die Schweinezucht: Trotz eines leichten Produktionsplus von 1,3 Prozent sackten die Schweinepreise um 8,8 Prozent ab, wodurch sich der Produktionswert im Jahresvergleich um 7,7 Prozent auf 902 Millionen Euro verringerte. Die sonstigen landwirtschaftlichen Dienstleistungen legten um 7,1 Prozent auf 458 Millionen Euro zu, während nichtlandwirtschaftliche Nebentätigkeiten wie Urlaub am Bauernhof um deutliche 12,2 Prozent auf 746 Millionen Euro anwuchsen.

Steigende Kosten fressen Teile der Gewinne auf

Der wirtschaftliche Aufschwung wurde jedoch von einer spürbaren Teuerung bei den Betriebsmitteln begleitet, da die Vorleistungen im Schnitt um 6,4 Prozent auf rund 6,01 Milliarden Euro stiegen. Maßgeblich verantwortlich dafür waren gestiegene Preise (+1,6 %) bei gleichzeitig höherem Verbrauchsvolumen (+4,7 %). Die Futtermittelkosten, die mit rund 2,03 Milliarden Euro den größten Einzelposten ausmachen, stiegen um 3,8 Prozent an. Drastische Kostensteigerungen gab es bei tierärztlichen Leistungen und Medikamenten, die sich um 12,7 Prozent auf 196 Millionen Euro verteuerten. Auch die Instandhaltung von Maschinen (+5,3 % auf 439 Millionen Euro) und insbesondere die Instandhaltung von Wirtschaftsgebäuden (+15,1 % auf 95 Millionen Euro) verlangten den Betrieben deutlich mehr finanzielle Mittel ab. Der Posten für sonstige Dünger- und Bodenverbesserungsmittel schlug mit einem Plus von 9,5 Prozent auf 233 Millionen Euro zu Buche. Einzig beim Pflanzenschutz konnten die Betriebe Einsparungen von 9,3 Prozent erzielen (auf 131 Millionen Euro), und auch die reinen Energiekosten gingen leicht um 1,9 Prozent auf 479 Millionen Euro zurück. Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen erhöhten sich zudem um 2,1 Prozent auf rund 2,79 Milliarden Euro.

Rückgang bei den staatlichen Förderungen

Einen dämpfenden Effekt auf das Gesamteinkommen hatte die Entwicklung der öffentlichen Gelder, die in der Gesamtrechnung berücksichtigt werden. Die für die Betriebe hochrelevanten sonstigen Subventionen sanken im Jahr 2025 um 1,9 Prozent auf rund 1,59 Milliarden Euro. Zwar stiegen die Prämien im Rahmen des Agrarumweltprogramms ÖPUL (inklusive Öko-Regelung) um deutliche 10,2 Prozent auf 644 Millionen Euro an, allerdings fielen die im Vorjahr gewährten steuerlichen Entlastungsmaßnahmen wie der Bodenbewirtschaftungsbeitrag sowie die Sonder-Katastrophenhilfen für den Obst- und Weinbau komplett weg. Die Direktzahlungen blieben mit 561 Millionen Euro nahezu unverändert (-0,2 %), während die Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete leicht um 1,1 Prozent auf 286 Millionen Euro sank. Einen positiven Impuls gab es immerhin bei den Vorleistungsminderungen, wo die temporäre Agrardieselrückvergütung und die CO₂-Rückerstattung um 19,7 Prozent auf insgesamt 69 Millionen Euro anstiegen. Hinsichtlich des Faktors Arbeit zeigt sich ein fortlaufender Strukturwandel: Der gesamte landwirtschaftliche Arbeitseinsatz blieb mit 116.000 Jahresarbeitseinheiten zwar nahezu stabil (+0,2 %), allerdings schrumpfte der Anteil der nicht entlohnten Familienarbeitskräfte erneut um 0,5 Prozent, während der Einsatz von fremden, entlohnten Arbeitskräften um deutliche 3,5 Prozent zulegte

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