Gefährlicher Käfer auf dem Vormarsch: Österreich schlägt Alarm
Ein gefährlicher Schädling rückt immer näher an Österreich heran. Nachdem der Asiatische Eschenprachtkäfer erstmals in der EU nachgewiesen wurde, werden die Maßnahmen verschärft. Die Bevölkerung wird zur Mithilfe aufgerufen.
Ein nur wenige Millimeter großer Käfer bereitet Forstexperten derzeit große Sorgen. Der Asiatische Eschenprachtkäfer wurde erstmals innerhalb der Europäischen Union nachgewiesen. Nach Funden in Ungarn und der Slowakei verstärkt Österreich nun seine Schutzmaßnahmen, um eine Ausbreitung möglichst früh zu erkennen.
Gefahr kommt den heimischen Wäldern immer näher
Der Schädling gilt als einer der gefährlichsten Feinde der Esche. Ursprünglich stammt der Asiatische Eschenprachtkäfer aus Ostasien, seit Jahren breitet er sich jedoch in Europa immer weiter aus. Die jüngsten Funde in den Nachbarländern sorgen nun auch in Österreich für erhöhte Aufmerksamkeit. Laut Agrarminister Norbert Totschnig zeigt die Entwicklung, wie wichtig ein funktionierendes Frühwarnsystem ist. Das Schadpotenzial des Käfers sei enorm und könne die ohnehin belasteten Eschenbestände zusätzlich massiv gefährden.
Befall bleibt oft lange unbemerkt
Besonders tückisch ist, dass ein befallener Baum häufig erst nach Monaten oder sogar Jahren auffällt. Die Larven fressen unter der Rinde geschlängelte Gänge und unterbrechen so die Nährstoffversorgung der Esche. Sichtbar werden die Schäden meist erst, wenn Äste oder Teile der Baumkrone abzusterben beginnen. Typisch sind außerdem D-förmige Ausbohrlöcher, durch die die ausgewachsenen Käfer den Baum verlassen.
Strengere Kontrollen und neue Regeln
Da der Asiatische Eschenprachtkäfer als prioritärer Quarantäneschädling eingestuft ist, gelten europaweit besonders strenge Überwachungs- und Bekämpfungsmaßnahmen. In Österreich arbeiten Forstaufsicht, Pflanzenschutzdienste und Fachleute bereits eng zusammen. Für einen möglichen Befall wurde zudem ein Notfallplan vorbereitet. Auch beim Import von Pflanzen und Holz gelten neue Vorgaben. Eschen und Schneeflockensträucher dürfen nur noch aus nachweislich befallsfreien Gebieten nach Österreich gebracht werden. Für Holz aus Regionen nahe den aktuellen Fundorten bestehen ebenfalls strenge Transportauflagen.
Verdächtige Funde sofort melden
Die Behörden bitten auch die Bevölkerung um Unterstützung. Wer einen verdächtigen Käfer oder Anzeichen eines möglichen Befalls entdeckt, sollte den Fund fotografieren, den Standort festhalten und umgehend dem Amtlichen Pflanzenschutzdienst melden. Für Menschen und Haustiere stellt der Asiatische Eschenprachtkäfer keine Gefahr dar. Umso größer ist jedoch das Risiko für heimische Eschenbestände. Experten hoffen deshalb, mögliche Befälle möglichst früh zu entdecken, um eine weitere Ausbreitung des Schädlings zu verhindern.