37-mal höheres Risiko als im Pkw: KFV warnt vor Motorradfahren ohne Schutzkleidung
Das Risiko beim Motorradfahren ist 37-mal so hoch wie im Pkw. Angesichts neuer Rekordzahlen bei den Verletzten warnen Experten vor dem Verzicht auf Schutzkleidung an heißen Tagen.
Das Risiko, beim Motorradfahren verletzt zu werden, ist rund 37-mal so hoch wie beim Pkw. Dennoch tragen laut KFV-Beobachtungen 45 Prozent der Motorradfahrenden keine angemessene Schutzkleidung, im Ortsgebiet sind es 76 Prozent, im Freiland 31 Prozent.
„Es ist ein Irrglaube…“
Klaus Robatsch vom KFV warnt: „Es ist ein Irrglaube, dass einem bei geringem Tempo im Ortsgebiet nichts Schlimmes passieren kann“. 2025 wurde in Österreich mit 4.584 verletzten Motorradfahrenden ein neuer Höchstwert erreicht. Seit 2000 stieg die Zahl der Leichtverletzten, wozu auch Knochenbrüche oder Abschürfungen zählen, um 55 Prozent. „Auch als leicht eingestufte Verletzungen können äußerst schmerzhaft sein. Gerade bei solchen Unfällen kann angemessene Schutzbekleidung – insbesondere mit Airbag-Systemen – dazu beitragen, Verletzungen zu vermeiden oder zumindest ihre Schwere zu reduzieren“, so Robatsch.
Blick auf die Bilanz
Während die Zahl der Pkw-Toten seit 1976 von 991 auf 166 (2025) sank, stagnieren die Motorradtoten (1976: 94; 2025: 81). Bis zum 12. Juli 2026 gab es bereits mindestens 36 Motorradtote. 2025 verzeichneten Niederösterreich (978), Wien (799), die Steiermark (688) und Kärnten (410) Rekordwerte seit 197, nahe an ihren Höchstständen lagen Salzburg mit 305 Verletzten (Rekord 1984: 315), Tirol mit 521 (Rekord 2001: 557), Oberösterreich mit 619 (Rekord 2023: 689) und das Burgenland mit 93 (Rekord 2011: 105). Vorarlberg lag mit 171 Verletzten deutlich unter dem Höchstwert von 341 aus dem Jahr 1983.