Lotto 6 aus 45: Vor dem 12-Millionen-Jackpot: „Jeder will gewinnen“
12 Millionen Euro locken am Sonntag beim ersten Achtfachjackpot der österreichischen Lotto-Geschichte. 5 Minuten hat sich einen Tag vor der Ziehung in einer steirischen Trafik umgehört und dabei Überraschendes erfahren.
Noch nie war die Spannung vor einer Lotto-Ziehung so groß wie jetzt. Am Sonntag, dem 19. Juli, geht es bei Lotto „6 aus 45“ erstmals in der Geschichte um einen Achtfachjackpot, 5 Minuten hat bereits berichtet: Erster Achtfachjackpot der Lotto-Geschichte: Jetzt geht es um 12 Mio. Euro! Rund 12 Millionen Euro warten auf den oder die glücklichen Gewinner. Doch wie groß ist der Hype tatsächlich? 5 Minuten hat einen Tag vor der historischen Ziehung den Lokalaugenschein in einer steirischen Trafik gemacht.
Erstmals wartet ein Achtfachjackpot
Acht Ziehungen in Folge blieb der Sechser aus, deshalb wächst der Jackpot von Woche zu Woche weiter. Was bisher noch nie passiert ist, wird nun Realität: Erstmals wird in Österreich ein Achtfachjackpot ausgespielt. Die Österreichischen Lotterien rechnen derzeit mit einer Gewinnsumme von rund 12 Millionen Euro. Damit zählt die Ziehung zwar zu den größten in der Geschichte von Lotto „6 aus 45“, sie bedeutet aber nicht automatisch den höchsten Einzelgewinn aller Zeiten. Dieser wurde bereits 2018 ausgeschüttet, als sich ein Niederösterreicher über knapp 15 Millionen Euro freuen durfte. Der Grund dafür liegt in den heutigen Bonusziehungen. Seit diese regelmäßig stattfinden, wird häufiger gezogen als früher. Dadurch verteilt sich das Tippaufkommen auf mehr Ziehungen, wodurch sich der Jackpot zwar schneller aufbaut, pro Runde aber weniger Geld in den Sechser-Topf fließt.
Lokalaugenschein einen Tag vor der Ziehung
Wer bei einem Rekordjackpot an lange Warteschlangen und überfüllte Trafiken denkt, könnte überrascht sein. Als 5 Minuten am Samstagvormittag eine Trafik in der Steiermark besucht, herrscht zunächst ganz normaler Betrieb. Einige Kunden holen ihren Tippschein, andere kaufen Zigaretten oder Zeitschriften. Von einem Ausnahmezustand ist auf den ersten Blick wenig zu spüren. Doch genau das überrascht Trafikantin Sabine (60) nicht. Seit 25 Jahren verkauft sie Lotto-Scheine und hat unzählige Jackpot-Runden miterlebt. „Der Menschenandrang kommt immer in Wellen. Zeitweise ist nicht so viel los und dann wieder ganz viel“, erzählt sie im Gespräch mit 5 Minuten.
„Früher standen die Leute bis vor die Tür“
Vor allem an die großen Jackpots vergangener Jahre erinnert sich Sabine noch gut. „Früher war das ganz anders. Ich kann mich erinnern, dass die Menschen bei hohen Jackpots bis weit vor den Eingang angestanden sind.“ Damals seien die Trafiken oft bis auf den letzten Platz gefüllt gewesen. Kurz vor Annahmeschluss hätten viele Menschen noch schnell versucht, ihr Glück zu versuchen. Heute beobachtet sie eine deutliche Veränderung. „Jetzt kaufen viele ihren Tippschein online. Das hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert.“ Das bedeute aber keineswegs, dass das Interesse am Lotto kleiner geworden sei. Vielmehr habe sich das Spielverhalten verändert. Wer früher in die Trafik kam, greife heute oft zur App oder tippe bequem von zu Hause aus.
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Kurz vor Schluss wird es meist voll
Ganz ruhig bleibt es dennoch nicht. Aus Erfahrung weiß Sabine, dass die entscheidenden Stunden erst noch bevorstehen. Viele Stammkunden würden ihren Schein traditionell erst kurz vor Annahmeschluss abgeben. Gerade bei außergewöhnlich hohen Jackpots steige die Frequenz häufig erst am Nachmittag und gegen Abend deutlich an. Auch die Österreichischen Lotterien rechnen damit, dass das größte Tippaufkommen erst unmittelbar vor der Ziehung erreicht wird. Bereits bis Freitagmittag wurden rund 4,7 Millionen Tipps abgegeben. Für Freitagabend und Samstag erwarten die Lotterien Spitzenwerte von bis zu 200 Tipps pro Sekunde.
„Jeder will gewinnen“
Warum Rekordjackpots die Menschen seit Jahrzehnten faszinieren, beantwortet Sabine ohne lange nachzudenken. „Jeder will gewinnen, ganz einfach.“ Es sei immer wieder spannend zu beobachten, wie unterschiedlich die Menschen ihren Tippschein ausfüllen. Manche setzen konsequent auf dieselben Zahlen, andere vertrauen ausschließlich auf den Quicktipp und überlassen alles dem Zufall.
Quicktipp oder Lieblingszahlen?
Statistisch gesehen macht die Art des Scheins allerdings kaum einen Unterschied. Entscheidend ist nicht, ob jemand einen Quicktipp oder einen Normalschein spielt, sondern wie viele Tipps abgegeben werden. Bei früheren Mehrfachjackpots wurden rund 55 Prozent der Sechser mit einem Quicktipp erzielt, etwa 35 Prozent mit einem klassischen Tippschein und rund 10 Prozent mit einem Systemschein. Die Gewinnchance für einen einzelnen Tipp bleibt dennoch unverändert gering und liegt bei rund 1 zu 8 Millionen. Selbst wenn der historische Achtfachjackpot am Sonntag geknackt wird, ist das Lotto-Fieber noch nicht vorbei. Bereits am Freitag, dem 24. Juli, folgt eine zusätzliche Bonusziehung.