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/ ©Fotomontage: Canva
Foto in Beitrag von 5min.at: Zu sehen ist ein Pensionist mit einem Fernglas in der Hand, im Hintergrund ist ein Block, wo "Pension" draufsteht, ein Rechner und eine Brille zu sehen.
Es wird schon wieder über eine mögliche Anhebung des Pensionsantrittsalters diskutiert.

Pensionsalter erhöhen „löst kein einziges Problem“

Kaum ein Monat ohne Diskussion um das Pensionsantrittsalter in Österreich. Bei Männern liegt dieses bei 65 Jahren, bei Frauen wird es derzeit schrittweise angehoben. Die Pensionistenvertreter sind sich uneinig.

von Phillip Plattner Phillip Plattner Online-Redakteur Kärnten Steiermark
3 Minuten Lesezeit(573 Wörter)
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Die Diskussion darum, das Pensionsalter in Österreich zu erhöhen, wird weiterhin immer lauter. Mittlerweile hat sich auch die Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec nicht mehr völlig abneigend geäußert. Jedenfalls hat sie angesprochen, dass es um die Berufsjahre gehen soll, wann man in Pension gehen darf. Innerhalb der ÖVP würde darüber bereits beraten werden, eine Entscheidung in der aktuellen Regierung ist aber unrealistisch, steht das doch im Regierungsprogramm nicht zur Debatte. Zudem äußerte sich auch die SPÖ in der Vergangenheit stets kritisch und abgeneigt. Wie etwa gegenüber 5 Minuten: Später in Pension, geringere Erhöhung? „Eine Frage des Respekts…“.

Foto in Beitrag von 5min.at: Zu sehen ist die Präsidentin des Seniorenbundes, Ingrid Korosec, mit den Händen in den Hosentaschen.
©Ben Leitner
Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec hat einen Vorschlag zur Erhöhung bzw. Abänderung des Pensionsalters vorgebracht.

PVÖ-Präsidentin: „Das entlastet den Staat nicht…“

Kritik an der neuerlichen Diskussion über eine Erhöhung des Pensionsantrittsalters gibt es auch seitens des Pensionistenverbands Österreich (PVÖ). Für diesen gehe die Diskussion „in die falsche Richtung“. Und man ist sich außerdem sicher: „Wer das gesetzliche Pensionsalter erhöht oder einen Automatismus an Lebenserwartung oder Erwerbsjahre knüpfen will, löst kein einziges Problem am Arbeitsmarkt.“ Es würde in diesen Fällen lediglich eine „Verlagerung der Kosten in die Arbeitslosenversicherung“ drohen, ist sich der PVÖ sicher. Betroffene würden dann einfach länger Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe beziehen. „Das entlastet den Staat nicht – die Rechnung wird lediglich an anderer Stelle bezahlt“, so PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer. Ein großer Teil der Österreicher äußert sich auch eher ablehnend gegen eine Erhöhung des Antrittsalters: „Wollte schon immer mit Rollator zur Arbeit“.

Foto in Beitrag von 5min.at zeigt die Präsidentin des Pensionistenverbands Österreich, Birgit Gerstorfer.
©PVÖ
PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer erklärt, wieso eine Erhöhung des Pensionsantrittsalters den Staat nicht entlasten würde.

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„Genau hier versagt der österreichische Arbeitsmarkt“

Die Finanzierung des Pensionssystems würde nicht durch ein höhere Antrittsalter gesichert, sondern dadurch, dass die Menschen auch tatsächlich bis zur Pension arbeiten können. „Genau hier versagt der österreichische Arbeitsmarkt“, erklärt der PVÖ, der auch direkt ein Beispiel parat hat. Bei den Frauen hierzulande wird seit einigen Jahren nämlich das Antrittsalter schrittweise an jenes der Männer angepasst. Gleichzeitig sei auch die Zahl der arbeitslosen 60-Jährigen „massiv gestiegen“. Mit März 2026 zählt man 4.670 arbeitslose Frauen und damit rund dreieinhalb Mal so viele wie zu Beginn des Jahres 2024. Bei den 61-jährigen Frauen hat sich die Zahl verzehnfacht. Alles zum Antrittsalter-Mechanismus bei den Frauen hier: Wieso Österreicherinnen immer länger arbeiten müssen.

PVÖ fordert Bonus-Malus-System für Unternehmen

Statt das Antrittsalter nun also zu erhöhen, schlägt der PVÖ ein Bonus-Malus-System für Unternehmen hierzulande vor. Dabei sollen Betriebe, die ältere Arbeitnehmer über das 60. Lebensjahr hinaus beschäftigen oder neu einstellen künftig finanziell belohnt werden. Macht man das nicht, soll ein höherer Dienstgeberbeitrag zur Pensionsversicherung geleistet werden. Dabei schlägt man branchenspezifische Zielquoten, Ausnahmen für körperlich besonders belastende Berufe und Ausnahmen für Kleinbetriebe und Start-ups. Den Gedanken an einer Quotenregelung hat es auch in der Sozialpolitik schon gegeben: Schumann denkt Quote für ältere Arbeitnehmer an.

Arbeitnehmer werden „schon Jahre vor der Pension aus dem Arbeitsmarkt gedrängt“

Gerstorfer weiß um die Problematik: „Seit Jahren wird von den Menschen verlangt, länger zu arbeiten. Gleichzeitig werden viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schon Jahre vor der Pension aus dem Arbeitsmarkt gedrängt. Solange sich daran nichts ändert, ist jede Debatte über ein höheres Pensionsalter unehrlich. Wer länger arbeiten soll, muss auch länger arbeiten können.“ Und sie ist sich auch sicher: „Jetzt ist die Wirtschaft gefordert – nicht die Menschen, die ihr ganzes Leben gearbeitet haben.“

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