6.751 Hate-Crime-Fälle: Internet bleibt Tatort Nummer eins
6.751 vorurteilsmotivierte Straftaten wurden 2025 in Österreich angezeigt. Besonders häufig passiert Hasskriminalität im Internet. Gleichzeitig konnte die Polizei mehr Fälle aufklären.
Die Zahl der angezeigten Hassverbrechen ist in Österreich weiterhin hoch. Laut dem fünften Hate-Crime-Lagebericht des Innenministeriums wurden 2025 insgesamt 6.751 vorurteilsmotivierte Straftaten registriert. Dabei dokumentierten die Behörden 7.327 einzelne Vorurteilsmotive. Gegenüber 2024 blieben die Zahlen damit weitgehend konstant. Gestiegen ist allerdings die Aufklärungsquote: Sie liegt nun bei 71 Prozent.
Hass vor allem online
Der häufigste Tatort bleibt das Internet. Insgesamt wurden dort 1.917 Fälle registriert. Drei Viertel aller Hasspostings waren Verstöße gegen das Verbotsgesetz. Rund ein Fünftel betraf Straftaten gegen den öffentlichen Frieden, darunter Verhetzung. Damit zeigt der Bericht, dass Hass besonders oft über Bildschirme und soziale Netzwerke verbreitet wird.
Viele junge Verdächtige
Auffällig ist auch das Alter der Tatverdächtigen. Ein Drittel war zum Zeitpunkt der Registrierung jünger als 21 Jahre. Insgesamt waren 86 Prozent der Verdächtigen Männer. Zum Vergleich: In der gesamten Kriminalstatistik liegt dieser Anteil bei 78 Prozent. 28 Prozent der Tatverdächtigen hatten keine österreichische Staatsbürgerschaft, während es in der Gesamtkriminalität 48 Prozent waren.
Herkunft oft Motiv
Bei gewaltbezogener Hasskriminalität wurden 1.575 Opfer erfasst. 62 Prozent davon waren Männer. Zu den häufigsten Delikten zählten Körperverletzung, gefährliche Drohung und Nötigung. In allen Altersgruppen war dabei die nationale oder ethnische Herkunft das häufigste Motiv. Den größten Anteil aller dokumentierten Vorurteilsmotive machten Verstöße gegen Paragraf 3g des Verbotsgesetzes aus: 2.939 Motive und damit rund 40 Prozent.
Schulungen und Prävention
Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) betont die Bedeutung konsequenter Ermittlungen: „Die Bekämpfung von Hasskriminalität ist eine konkrete, alltägliche Herausforderung und notwendig für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die konsequente Ermittlungstätigkeit der Sicherheitsbehörden hat zu einer gestiegenen Aufklärungsquote von nunmehr 71 Prozent geführt“. Das Innenministerium setzt unter anderem auf Schulungen für Polizistinnen und Polizisten. Dadurch sollen Vorurteilsmotive früher erkannt und konsequenter verfolgt werden. Zusätzlich sind Präventionsangebote an Schulen sowie Projekte wie „Sicher und FAIRnetzt“ vorgesehen.
Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick:
- 6.751 vorurteilsmotivierte Straftaten wurden 2025 registriert.
- 7.327 Vorurteilsmotive dokumentierten die Behörden insgesamt.
- 71 Prozent der Fälle konnten aufgeklärt werden.
- 1.917 Fälle passierten im Internet, damit bleibt es der häufigste Tatort.
- Ein Drittel der Tatverdächtigen war jünger als 21 Jahre.
- 86 Prozent der Tatverdächtigen waren Männer.
- 2.939 Motive entfielen auf Verstöße gegen das Verbotsgesetz – rund 40 Prozent aller erfassten Motive.