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/ ©Fotomontage: Canva
Foto in Beitrag von 5min.at zeigt zwei Pensionisten, die gerade einen Brief oder dergleichen schreiben, daneben ein Laptop und im Vordergrund eine Hand mit Geld.
Mit 2027 startet auch die Aktivpension in Österreich.

Tausende Euro extra: So werden Pensionisten ab 2027 zur Arbeit motiviert

Ab 2027 können Personen, die in der Pension weiterarbeiten oder Menschen, die die Pension aufschieben, tausende Euro mehr von der Steuer zurückbekommen. Ab dann startet nämlich die Aktivpension, Zehntausende sind sicher betroffen.

von Phillip Plattner Phillip Plattner Online-Redakteur Kärnten Steiermark
2 Minuten Lesezeit(411 Wörter)
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Pensionsaufschieber und Menschen, die in der Pension einfach weiterarbeiten, können unter Umständen ab kommendem Jahr tausende Euro mehr für ihre Arbeit bekommen. Möglich macht das die neue Aktivpension, die Anspruchsberechtigten bis zu 15.000 Euro in Form eines steuerlichen Freibetrags bringt. Die wichtigste Voraussetzung, dass man einen Anspruch darauf hat, ist: Männer müssen bereits 40, Frauen anfangs zumindest 34 Versicherungsjahre am Buckel haben. Bei den Frauen wird diese Zahl bis 2033 noch an jene der Männer angeglichen. Grund dafür ist der aktuell stattfindende Prozess, bei dem das Antrittsalter der Frauen von 60 auf 65 Jahre angehoben wird: Pensionsalter: Wieso Österreicherinnen immer länger arbeiten müssen.

Wer von der Aktivpension in Österreich profitieren wird:

  • Menschen, die ihren Pensionsantritt über das gesetzliche Regelpensionsalter hinausschieben
  • Menschen, die bereits Pension beziehen und daneben weiterarbeiten
  • Menschen, die in Teilpension sind

Mindestvoraussetzung: 40 Versicherungsjahre bei Männern, anfangs 34 Versicherungsjahre bei Frauen

90.000 Aktivpensions-Anspruchsberechtigte schon da

Wir haben nun beim Sozialministerium nachgefragt, mit welchen Zahlen an Aktivpensions-Beziehern man rechnet bzw. welche Zahlen man in die wirtschaftliche Prognose mit einbezogen hat. Für diese wurden, so heißt es aus dem Ministerium gegenüber 5 Minuten, „die Ist-Zahlen an bestehenden Zuverdienern und Aufschiebern herangezogen“. Heißt: man rechnet mit etwa 28.000 unselbstständigen und knapp 40.000 selbstständigen Zuverdienern sowie rund 15.000 unselbstständigen und etwa 7.000 selbstständigen Aufschiebern – macht insgesamt knapp 90.000 Anspruchsberechtigte, die bereits da sind.

Bist du schon in Pension?

Nein, ich stehe erst am Anfang meiner Karriereleiter.
Nein, ein paar Jährchen habe ich noch vor mir.
Ich bin in den nächsten Monaten pensionsberechtigt.
Seit kurzem.
Schon lange!

Trotz Aktivpension: Weiterarbeiten im Alter bleibt freiwillig

Und weiter: „Das generelle Ziel der Aktivpension ist, dass sich die Zahl der Aufschieber:innen und Zuverdiener:innen im Verhältnis zu den Personen ab Regelpensionsalter erhöht.“ Aber: „Zielwerte und Entwicklungsprognosen über das Erwerbsleben im Alter sind dabei kaum machbar bzw. wären unseriös, weil finanzielle Anreize auf eine zutiefst persönliche Lebensentscheidung treffen, die auf individuellen, privaten Faktoren wie beispielsweise Gesundheit, familiären Verpflichtungen und dem Wunsch nach Lebensqualität basieren.“ Gerade bei der Aktivpension wurde man auch bisher nicht müde zu sagen, dass es sich in jedem Fall auch weiterhin um eine freiwillige Entscheidung handelt, wenn man seine Pension aufschieben oder in der Pension dazuverdienen möchte.

Worauf es dem Sozialminiserium ankommt

Insgesamt würde es sich um ein Maßnahmenbündel handeln und es komme nicht nur darauf an, dass sich die Zahl der Aufschieber und Zuverdiener erhöhe. Man möchte durch Maßnahmen aus dem vom Sozialministerium realisierten Transformationsfonds des AMS generell jenen Effekt erreichen, dass ältere Menschen länger im Erwerbsleben bleiben. „Hier soll die Aufschieber/Zuverdiener-Regelung eine zusätzliche Motivation darstellen“, so das Ministerium gegenüber 5 Minuten. Wir haben jetzt abschließend noch Beispiele für euch ausgegraben, die zeigen, wie die Aktivpension konkret wirken könnte.

Beispiele, wie die Aktivpension wirkt:

  • Krankenpfleger mit geringem Zuverdienst

Ein Krankenpfleger ist bereits in Pension, arbeitet zur Bruttopension von 1.700 Euro rund fünf Stunden pro Woche weiter. Für diese fünf Stunden bekommt er zusätzlich 500 Euro im Monat. Durch die Aktivpension wird er jährlich noch einmal um 1.630 Euro profitieren.

  •  Verkäuferin in Teilzeit

Eine Verkäuferin bekommt 2.000 Euro Bruttopension monatlich, sie arbeitet Teilzeit mit 20 Stunden die Woche nach dem Regelpensionsalter weiter und bekommt durch den Job noch einmal 2.000 Euro im Monat. Durch die Aktivpension ergibt sich für sie ein jährlicher Vorteil von 7.668 Euro.

  • Industriearbeiter mit moderatem Zuverdienst

Ein Industriearbeiter bekommt brutto monatlich 2.400 Euro an Pension ausgezahlt, bleibt seinem Betrieb aber für etwa zwölf Stunden die Woche erhalten. Dafür bekommt er 1.250 Euro brutto monatlich zusätzlich. Die Aktivpension bringt ihm noch einmal einen jährlichen Vorteil von 6.099 Euro. Schiebt er seinen Pensionsantritt auf und arbeitet Vollzeit für 4.000 Euro brutto weiter, beträgt die Entlastung sogar 7.269 Euro im Jahr.

  • Büroangestellte mit höherem Zuverdienst

Eine Büroangestellte bekommt 3.000 Euro Pension pro Monat und arbeitet nach dem Antrittsalter rund 30 Stunden die Woche weiter. Dafür bekommt sie 3.000 Euro im Monat. Durch die Aktivpension wird sie um weitere 8.296 Euro im Jahr enlastet.

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