Legionellen-Alarm in Oberösterreich: Mehrere Patienten auf Intensivstation
In Oberösterreich sind aktuell mehr als zehn Legionellen-Erkrankungen bekannt. Die Bakterien können schwere Lungenentzündungen verursachen. Mehrere Betroffene mussten sogar intensivmedizinisch behandelt werden.
Legionellen sorgen derzeit für erhöhte Aufmerksamkeit in Oberösterreich. Innerhalb kurzer Zeit wurden im Zentralraum des Bundeslandes ungewöhnlich viele Erkrankungen gemeldet, heißt es in einem Bericht der Kronen Zeitung. Allein in Linz registrierten die Behörden in den vergangenen zwei Wochen 14 Fälle der meldepflichtigen Infektion. Auch in mehreren Krankenhäusern werden derzeit Patienten wegen der durch Legionellen ausgelösten Erkrankung behandelt. Im Kepler Universitätsklinikum in Linz mussten nach Angaben des Spitals in den vergangenen Tagen sechs Patientinnen und Patienten mit einer Legionellen-Infektion versorgt werden. Ein Teil von ihnen wird intensivmedizinisch betreut.
Gesundheitsbehörden suchen nach möglicher Ursache
Die auffällige Häufung beschäftigt derzeit auch die Behörden. Gemeinsam mit der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und dem Land Oberösterreich wird nach einer möglichen Infektionsquelle gesucht. Einen gemeinsamen Ursprung der bisherigen Erkrankungen gebe es nach aktuellem Stand allerdings nicht. Die Betroffenen hätten keinen erkennbaren örtlichen Zusammenhang. Auch Infektiologe Rainer Gattringer, ärztlicher Leiter des Klinikums Wels-Grieskirchen, betont in einem Bericht des ORF, dass bei jeder Erkrankung zunächst abgeklärt werde, wo sich die Betroffenen angesteckt haben könnten. Dabei werde auch unterschieden, ob die Infektion im Ausland oder in Österreich erfolgt sei. Werde eine Ansteckung im Inland vermutet, müsse unter anderem geprüft werden, ob es Probleme in einer Warmwasseranlage gegeben habe.
Legionellen vermehren sich im warmen Wasser
Legionellen sind Bakterien, die sich besonders in warmem, stehendem Wasser vermehren. Optimale Bedingungen finden sie etwa in Wasserleitungen, Boilern oder wenig genutzten Rohrsystemen mit Temperaturen zwischen etwa 25 und 45 Grad Celsius. Gefährlich wird das Wasser allerdings nicht beim Trinken. Eine Ansteckung erfolgt ausschließlich dann, wenn feinste Wassertröpfchen eingeatmet werden – beispielsweise beim Duschen oder über Aerosole aus Whirlpools, Luftbefeuchtern oder bestimmten Klimaanlagen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt.
Schwere Lungenentzündung kann lebensbedrohlich werden
Grundsätzlich unterscheiden Mediziner zwischen zwei Krankheitsbildern. Während das sogenannte Pontiac-Fieber meist einen vergleichsweise milden Verlauf mit grippeähnlichen Beschwerden nimmt, kann die Legionärskrankheit deutlich schwerwiegender verlaufen. Dabei handelt es sich um eine besondere Form der Lungenentzündung. Erste Beschwerden treten meist zwei bis zehn Tage nach der Infektion auf. Zu Beginn können Kopf- und Gliederschmerzen, Husten oder auch Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Im weiteren Verlauf entwickeln viele Betroffene plötzlich hohes Fieber mit Schüttelfrost, starken Husten, Atemnot oder Herz-Kreislauf-Probleme. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kann sie lebensbedrohlich werden.
Besonders ältere Menschen gefährdet
Vor allem ältere Menschen sowie Personen mit chronischen Erkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem gelten als Risikogruppe für schwere Verläufe. Da Legionellen-Infektionen in Österreich meldepflichtig sind, wird jeder bestätigte Fall an die Gesundheitsbehörden weitergeleitet. Diese prüfen anschließend mögliche Zusammenhänge und suchen gegebenenfalls nach der Infektionsquelle.