BOKU-Forschung zeigt: Österreichs Landwirtschaft ist bereit für die Klimawende – doch die Politik hinkt hinterher
Der Klimawandel verlangt Österreichs Landwirtschaft alles ab: 40 Prozent der Betriebe sehen bereits ihre Existenz bedroht. Eine neue Studie der BOKU zeigt nun: Die Lösungen für eine klimaresiliente Landwirtschaft stünden parat.
Zunehmende Hitze und lange Trockenperioden setzen Österreichs Landwirtschaft drastisch zu: Europa erwärmt sich deutlich schneller als der globale Durchschnitt, und rund 40 Prozent der heimischen Landwirte sehen bereits ihre Existenz gefährdet. Das Forschungsprojekt COMMUNITYadapt der BOKU University in Wien liefert klare Antworten darauf, wie die Agrarbranche trotz Dürre zukunftsfähig bleibt – und wo jetzt angesetzt werden muss.
Landwirtschaft wäre bereit, sich anzupassen
Ob Wassermangel im Osten oder zunehmende Trockenheit in den Bergregionen: Der Klimawandel verlangt der Landwirtschaft nachhaltige Lösungen ab. Wie das gelingen kann, untersucht die BOKU gemeinsam mit der University of California, Davis, und dem FiBL Schweiz. Die gute Nachricht: Das Wissen und die Innovationskraft auf den Höfen sind längst vorhanden.
Praxistaugliche Lösungen stehen parat
Erprobte Ansätze wie Agroforstsysteme, gezielter Humusaufbau, bodenschonende Bewirtschaftung oder die Kombination von Photovoltaik und Agrarflächen (Agri-PV) zeigen bereits Wirkung. Die Bereitschaft der Betriebe zur Veränderung ist hoch.
Lösungsansätze:
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Über 75 Prozent der Landwirte sind aktiv an Anpassungsmaßnahmen interessiert.
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93 Prozent der Bio-Betriebe setzen bereits gezielt Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität um.
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20 Prozent der Bio-Betriebe wirtschaften bereits heute ganzheitlich klimaverträglich.
Es fehlt an Geld und langfristiger Planung
Obwohl der Wille zur Transformation da ist, scheitert eine flächendeckende Umsetzung oft an den Rahmenbedingungen. „Viele Betriebe bringen bereits große Innovationskraft mit. Was fehlt, sind langfristige Programme und verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen. Klimaanpassung ist keine Belastung, sondern eine Investition in unsere Ernährungssicherheit“, betont Projektleiterin Christine Altenbuchner vom BOKU-Institut für Entwicklungsforschung.
Die Schweiz als Vorbild
Ein Blick in die Schweiz zeigt, wie es funktionieren kann: Im Kanton Graubünden werden Pionierbetriebe gezielt vernetzt, finanziell gefördert und als Vorbilder sichtbar gemacht. Österreich besitzt hervorragende Voraussetzungen, um eine ähnliche Vorreiterrolle einzunehmen – muss dafür aber den Schulterschluss zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik stärken und die nötige Planungssicherheit schaffen.