Mehr als 70 Orte in Norditalien haben kein Leitungswasser mehr
Während in zahlreichen österreichischen Orten bereits dazu aufgerufen wird, den Wasserhahn zuzudrehen, trifft die Trockenheit das Nachbarland Italien derzeit mit voller Wucht.
In Kärnten sorgt die anhaltende Trockenheit für strenge Sparmaßnahmen – mancherorts muss man sogar mit über 2.000 Euro Strafe rechnen – wir haben berichtet. Wie nun von der Online-Plattform „Südtirol News“ geschildert wird, verschärft eine anhaltende Trockenheit auch die Wasserkrise in der norditalienischen Region Piemont zusehends. In über 70 Gemeinden und Ortsteilen sind die Wasserleitungen mittlerweile komplett trocken, wodurch tausende Anwohner direkt auf die Versorgung durch Tanklastwagen angewiesen sind.
Kosten von mehr als 400.000 Euro
Um die akute Notlage zu bewältigen, wurden bereits 581 Fahrten mit Wassertransportern absolviert, was bisher Kosten von mehr als 400.000 Euro verursacht habe. Der Hauptgrund für die angespannte Lage sei ein dramatischer Rückgang der Niederschläge, die nach Angaben der Region in den vergangenen drei Monaten um 55 Prozent gesunken sind. Dies führt dazu, dass sich die Wasserreservoirs in den Bergregionen auf historischen Tiefstständen befinden und die Schneereserven nahezu vollständig geschmolzen sind. Von der Dürre sind vor allem kleinere Ortschaften betroffen, aber auch große Flüsse spüren die Auswirkungen deutlich: So weist der Po am Pegel Isola Sant’Antonio ein Wasserdefizit von bis zu 75 Prozent auf, wie aus dem Bericht hervorgeht.
Notstandsverfahren eingeleitet
Um den verbleibenden Vorrat zu schonen, haben zahlreiche Gemeinden bereits strikte Einschränkungen für den Wasserverbrauch erlassen, die das Bewässern von Gärten, das Waschen von Autos sowie das Befüllen privater Pools untersagen. Die Bevölkerung ist dazu angehalten, Trinkwasser ausschließlich für lebensnotwendige Zwecke zu nutzen. Da gleichzeitig auch die Felder der Landwirtschaft enorm unter der Hitze und dem Wassermangel leiden, hat die Regionalregierung das regionale Notstandsverfahren eingeleitet, um zusätzliche finanzielle Mittel freizugeben, den Zivilschutz optimal zu koordinieren und dringend benötigte Sofortmaßnahmen zu beschleunigen.