Schluss mit hohen Preisen? Italien macht Strandbäder am Mittelmeer dicht
Teure Liegen und versperrte Zugänge erzürnen Italiens Strandgäste. Jetzt greifen die Behörden durch, reißen erste Bäder ab und machen Küsten wieder öffentlich.
An Italienischen Stränden steigen die Preise für Liegestühle und Sonnenschirme seit Jahren kontinuierlich an. Mittlerweile liegt die Tagesmiete für zwei Liegen und einen Schirm im Schnitt bei rund 40 Euro, in beliebten Regionen sogar spürbar darüber.
Kostenlosen Meerzugang garantieren
Hinzu kommt der Ärger über Einschränkungen vor Ort: Viele Betreiber haben hohe Zäune oder Mauern errichtet oder das Mitbringen eigener Speisen untersagt. In der Folge wuchs in der Bevölkerung der Unmut darüber, für einen Strandbesuch zwingend zahlen zu müssen, obwohl der italienische Staat Eigentümer der Küsten ist und der Bevölkerung eigentlich freien sowie kostenlosen Zugang zum Meer garantieren möchte. Dennoch ist derzeit etwa die Hälfte der 7.500 Kilometer langen Küstenlinie an private Pächter vergeben, heißt es in Medienberichten.
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„Stabilimenti“ von 70 auf 35 halbieren
Nun greifen die Behörden mitten in der Hochsaison durch. In Ostia wurden laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur bereits zwei private Bäderbetriebe geschlossen und abgerissen. Zusätzlich gibt es in Regionen wie Apulien, Ligurien sowie in Ostia konkrete Pläne, private Strandbäder schrittweise in öffentliche Abschnitte umzuwandeln. Ostia beabsichtigt beispielsweise, die Anzahl der privaten Stabilimenti (Anlagen) von derzeit 70 auf 35 zu halbieren.
20 Jahre alte EU-Richtlinie
Der rechtliche Hintergrund des Vorgehens reicht bis ins Jahr 2006 zurück. Eine EU-Richtlinie schreibt vor, dass staatliche Konzessionen für die Nutzung von öffentlichem Grund wie Strandabschnitten regelmäßig neu und transparent ausgeschrieben werden müssen. Die italienische Regierung plant, diese Vorgabe ab dem Jahr 2027 umzusetzen.