Neue Regeln in Italien: Für Bikini und Badehose drohen jetzt Strafen
Wer aus Österreich Richtung Italien auf Urlaub fährt, sollte nicht nur Sonnencreme einpacken: Mehrere Ferienorte verschärfen ihre Regeln. Badehose im Ortskern, Rauchen am Strand oder nächtliche Ausflüge können ins Geld gehen.
Vom Meer direkt zum Eissalon und dabei nur Bikini oder Badehose tragen? In mehreren italienischen Urlaubsorten ist genau das abseits des Strandes nicht mehr erwünscht. Die Gemeinden wollen damit unter anderem respektloses Verhalten eindämmen und öffentliche Plätze schützen. Eine einheitliche Regel für ganz Italien gibt es allerdings nicht. Jeder Ort entscheidet selbst, was erlaubt ist und wie hoch eine Strafe ausfällt.
50 Euro fürs Outfit
In Cavallino-Treporti zwischen Jesolo und Venedig wird die Kleiderfrage bereits zur Geldfrage. Wer dort mit nacktem Oberkörper oder nur in Badekleidung durch Straßen und über Plätze spaziert, kann zur Kasse gebeten werden. Erste Strafen in Höhe von jeweils 50 Euro wurden bereits verhängt. Die Kontrollen sollen während der Sommersaison weiterlaufen. Die Gemeinde begründet die Vorgabe damit, dass abseits des Strandes angemessene Kleidung zum respektvollen Umgang mit dem Ort gehört.
Auch am Comer See
Auch Varenna am Comer See zieht bei der Freizügigkeit eine klare Grenze. Seit 29. Juni darf man dort nicht mehr mit freiem Oberkörper oder in Badekleidung durch den Ort gehen. Wer sich nicht daran hält, riskiert zwischen 50 und 200 Euro Strafe. Ganz neu ist diese Linie in Italien nicht: Bereits im Sommer 2022 ging Sorrent an der Bucht von Neapel gegen solche Auftritte vor. In Venedig selbst kann ein Stadtbummel in Badebekleidung oder ohne Oberteil sogar 250 Euro kosten.
Rauchpause mit Regeln
Nicht nur Stoff am Körper sorgt für neue Vorschriften. In Jesolo gilt seit Beginn der Badesaison 2026 ein Rauchverbot auf der gesamten Sandfläche. Zur Zigarette greifen darf man nur in eigens gekennzeichneten Raucherbereichen. Wer trotzdem am Strand raucht, muss mit 50 Euro Strafe rechnen. Die Maßnahme soll Badegäste schützen und zugleich verhindern, dass Zigarettenstummel im Sand landen.
Nachts wird’s streng
Besonders ungewöhnlich fällt eine Regel im kalabrischen Praia a Mare aus. Kinder unter 14 Jahren dürfen sich ohne Aufsicht nach 1 Uhr nachts nicht mehr draußen aufhalten. Damit soll unter anderem verhindert werden, dass sie nachts mit E-Scootern und anderen Elektrofahrzeugen unterwegs sind. Bei einem Verstoß können für die Erziehungsberechtigten 500 Euro fällig werden. Bürgermeister Antonino De Lorenzo verweist dabei auf Gefahren wie Verkehrsunfälle, Übergriffe, Alkohol, Drogen oder Vandalismus. Wer in Italien Urlaub macht, sollte deshalb nicht nur auf Strandflaggen achten, sondern auch auf die Schilder im jeweiligen Ferienort.
Die Regeln im Überblick:
- Cavallino-Treporti: Außerhalb des Strandes sind Bikini, Badehose und nackter Oberkörper tabu. Erste Strafen von 50 Euro wurden bereits verhängt.
- Varenna am Comer See: Seit 29. Juni darf man nicht mehr in Badekleidung oder mit freiem Oberkörper durch den Ort gehen. Es drohen 50 bis 200 Euro Strafe.
- Venedig: Wer abseits der Strandbereiche in Badebekleidung oder mit nacktem Oberkörper unterwegs ist, riskiert 250 Euro Strafe.
- Jesolo: Auf der Sandfläche gilt ein Rauchverbot. Rauchen ist nur in gekennzeichneten Bereichen erlaubt. Bei Verstößen werden 50 Euro fällig.
- Praia a Mare: Unter 14-Jährige dürfen sich ohne Aufsicht nach 1 Uhr nachts nicht mehr draußen aufhalten. Für Erziehungsberechtigte kann eine Strafe von 500 Euro anfallen.
Wichtig: Es gibt kein einheitliches Verbot für ganz Italien. Die Regeln und Strafhöhen werden von den jeweiligen Städten und Gemeinden festgelegt.