Wespenplage in Österreich: Jetzt wird Notfallmittel knapp
Wespen sind heuer gefühlt überall – für Allergiker kann ein Stich schnell gefährlich werden. Umso problematischer ist, dass EpiPens derzeit in Österreich kaum zu bekommen sind.
Ausgerechnet mitten in einem außergewöhnlich starken Wespenjahr gibt es für Allergiker ein zusätzliches Problem: Der EpiPen, der bei schweren allergischen Reaktionen lebensrettend sein kann, ist derzeit in Österreich kaum mehr erhältlich.
Heißes Wetter begünstigt Wespensommer
Beim Essen im Freien, am Badesee oder bei der Gartenarbeit: Wespen sind in diesem Sommer gefühlt überall. Schon im Juli hatten Experten vor einem starken Wespenjahr gewarnt. Der warme Frühling sowie die lange anhaltenden heißen und trockenen Wetterphasen bieten den Insekten besonders günstige Bedingungen. Nun entwickelt sich der Wespensommer vor allem für Menschen mit einer Allergie zu einem zunehmenden Problem.
EpiPen derzeit kaum zu bekommen
Denn ausgerechnet jetzt gibt es einen Lieferengpass bei den sogenannten EpiPens. Die Autoinjektoren werden bei schweren allergischen Reaktionen eingesetzt und ermöglichen es Betroffenen, sich im Ernstfall selbst Adrenalin zu verabreichen. Wie der ORF berichtet, ist das Präparat derzeit in heimischen Apotheken nicht mehr verfügbar. Mit Nachschub wird erst gegen Ende August beziehungsweise im September gerechnet. Ganz ohne Möglichkeiten stehen Betroffene allerdings nicht da. Vereinzelt können noch Restbestände vorhanden sein, diese können in der App der Apothekerkammer abgerufen werden. Zudem können alternative Präparate aus Deutschland bestellt werden, wobei es auch hier zu Wartezeiten kommen kann. Welche Möglichkeiten im konkreten Fall infrage kommen, sollten Allergiker mit Arzt oder Apotheke abklären.
Findest du, dass es heuer besonders viele Wespen gibt?
Viermal so viele Rettungseinsätze in Kärnten
Wie außergewöhnlich dieser Wespensommer ist, zeigen auch Zahlen des Roten Kreuzes. Seit 1. Juli wurden in Kärnten laut ORF bereits 670 Rettungseinsätze aufgrund allergischer Reaktionen verzeichnet. Das sind viermal so viele wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Bereits Anfang August hatte der Kärntner Notarztsprecher Michael Obmann auf eine Häufung von Einsätzen aufmerksam gemacht. Auffällig seien demnach unter anderem Fälle, bei denen Wespen verschluckt werden oder Menschen im Mund- und Rachenbereich gestochen werden. Auch bei Arbeiten auf Feldern oder unerwarteten Begegnungen mit Nestern kann es zu gefährlichen Situationen kommen.
Rettungsdienst hat ausreichend Adrenalin
Vom aktuellen EpiPen-Engpass ist der Rettungsdienst laut den Berichten nicht betroffen. Dort wird Adrenalin nicht über die für Laien konzipierten Autoinjektoren, sondern aus Ampullen verabreicht. Entsprechende Medikamente seien für Notfälle vorhanden. Wichtig ist außerdem: Nicht jeder Wespenstich macht eine Adrenalinspritze notwendig. Bei den meisten Menschen bleiben die Folgen auf Schmerzen, Rötungen, Juckreiz und Schwellungen rund um die Einstichstelle beschränkt. Anders sieht es bei einer schweren allergischen Reaktion aus. Kommt es etwa zu Atemproblemen oder Kreislaufbeschwerden, handelt es sich um einen medizinischen Notfall und die Rettung sollte sofort verständigt werden.
Warum heuer so viele Wespen unterwegs sind
Dass Österreich im heurigen Sommer von besonders vielen Wespen geplagt wird, kommt nicht überraschend. Insektenexperten erklären, dass warme und trockene Bedingungen die Entwicklung der Wespenvölker begünstigen. Entscheidend ist dabei bereits das Frühjahr: Kann die Königin unter günstigen Bedingungen ihren Staat aufbauen und die Brut gut versorgen, entstehen größere Völker. Im Hochsommer macht sich das schließlich besonders bemerkbar.
Experten raten: Ruhe bewahren
Mit steigenden Temperaturen nimmt auch die Aktivität der Tiere zu. Experten raten deshalb weiterhin dazu, bei einer herumschwirrenden Wespe möglichst ruhig zu bleiben und hektisches Schlagen nach den Tieren zu vermeiden.