DEPOT stellt Betrieb in Deutschland ein: So soll es in Österreich weitergehen
DEPOT stellt seinen Betrieb in Deutschland Ende September ein. Auch in Österreich wächst die Unsicherheit: Welche Filialen bleiben und welche schließen, ist derzeit noch offen.
Für die insolvente GDC Deutschland GmbH ist Ende September Schluss. Die Betreiberin von DEPOT will ihren Geschäftsbetrieb mit 30. September 2026 in Deutschland vollständig einstellen. Eigentümer Christian Gries zufolge werden dafür Arbeits- und Mietverträge gekündigt. Rund 730 Beschäftigte sollen von diesem Schritt betroffen sein. Schon davor wurde kräftig im Filialnetz aussortiert: Ende Juni war die Schließung von 66 Geschäften angekündigt worden, bis Anfang August kamen rund 30 weitere dazu. Als Belastungen werden unter anderem die schwache Kauflaune und der zunehmende Druck durch den Onlinehandel genannt.
Sorge um Österreich
Damit richtet sich der Blick nun verstärkt auf die heimischen Geschäfte. „oe24“ berichtet von einer möglichen Liquidation eines wesentlich größeren Filialnetzes in Deutschland, Österreich und der Schweiz und nennt rund 4.400 Beschäftigte. Dem Bericht zufolge seien Gespräche mit möglichen Geldgebern gescheitert. Damit wächst auch die Unsicherheit rund um die österreichischen Standorte. Aus den ebenfalls vorliegenden Informationen geht allerdings nicht hervor, dass bereits die Schließung sämtlicher österreichischer DEPOT-Filialen beschlossen wurde.
Filialen noch geöffnet
Die Gries Deco Austria GmbH besteht weiterhin als österreichische Gesellschaft. In Oberösterreich wird derzeit unter anderem in der PlusCity in Pasching sowie in Mauthausen ein DEPOT geführt. Ob und welche Geschäfte nach dem 30. September Teil einer neuen DEPOT-Struktur werden, ist noch nicht entschieden. Denn die Marke selbst soll trotz des Endes der bisherigen deutschen Betreiberin nicht aus den Regalen verschwinden. Christian Gries plant, DEPOT in einer neuen Gesellschaft und mit deutlich kleinerer Struktur weiterzuführen.
Neustart im Kleinformat?
Denkbar ist dabei ein Netz aus ausgewählten Filialen. Dafür müssten unter anderem neue Mietverträge mit den jeweiligen Vermietern vereinbart werden. Auch kleinere DEPOT-Verkaufsflächen innerhalb von Supermärkten stehen als mögliche Variante im Raum. Wie viele Standorte diesen Neustart schaffen könnten, bleibt offen. Aus dem einst großen Filialnetz könnte damit eine wesentlich kleinere DEPOT-Welt werden.
Pleite schon 2024
In Österreich hat die Krise bereits deutliche Spuren hinterlassen. Im August 2024 beantragte die damalige DEPOT Handels GmbH ein Konkursverfahren. Damals standen rund 15,8 Millionen Euro an Passiva im Raum, 349 Beschäftigte und 110 Gläubiger waren betroffen, 5 Minuten berichtete. Verzögerungen bei Lieferungen, höhere Transportkosten und starke Preissteigerungen wurden damals als Gründe genannt. Von den einst 49 österreichischen Filialen wurden später 29 im Zuge einer Auffanglösung übernommen.