Ehemaliger Kika/Leiner-Geschäftsführer in U-Haft
Der ehemalige Geschäftsführer der insolventen Möbelkette Kika/Leiner ist über eineinhalb Jahre nach dem Aus des Unternehmens nun festgenommen worden. Er sitzt jetzt in Untersuchungshaft.
Die Vorwürfe gegen den früheren Geschäftsführer wiegen dabei vor allem wirtschaftlich schwer. Es herrscht nämlich Betrugsverdacht. Der mutmaßliche Schaden? Nicht weniger als rund 16,1 Millionen Euro. Wie der „Kurier“ schreibt, hat die Staatsanwaltschaft St. Pölten den Fall abgetreten, die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat ihn schließlich am 28. August festgenommen, seit 30. August sitzt er auch in U-Haft.
WKStA spricht von „systematischem Betrug“
Die Vorwürfe, derer er beschuldigt wird, gehen auch bis in den September 2024 zurück und betreffen das Hochwasser, das vor allem Niederösterreich und Wien schwer getroffen hat. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, dass er die Notlage der Hochwasseropfer gezielt ausgenutzt hätte, so die WKStA. Mit einer Rabattaktion habe er rasch an liquide Anzahlungen kommen wollen. Die WKStA spricht in dem Zusammenhang von „systematischem Betrug“. Das Unternehmen sei seit Jänner 2024 zahlungsunfähig gewesen, dennoch habe der Beschuldigte weiter Anzahlungen entgegengenommen – und das obwohl eine Lieferung nicht möglich gewesen sei.
Beschuldigter bestreitet Anschuldigungen
Und der mutmaßliche Betroffenenkreis von dieser Aktion hat es in sich. Mindestens 4.700 Kunden und mindestens 15 Millionen Euro seien das. Kurz vor der Insolvenzeröffnung hätte er zudem „gezielt Vermögen der Möbelkette beiseitegeschafft“ und dadurch die Gläubiger um Geld gebracht, so die WKStA. In diesem Punkt ist die Rede von 1,1 Millionen Euro. Der ehemalige Geschäftsführer bestreitet laut „Kurier“ die Anschuldigungen. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.