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Auf dem Foto von www.5min.at sieht man Karl und seine Witwe.
Nur rund acht Wochen vor seinem Ableben, am 26. Juni, hatten sich die beiden das Jawort gegeben. Hinter ihnen lag eine ungewöhnliche Liebesgeschichte: Schon als Kinder hatten sie Gefühle füreinander.

„Ich liebe dich“: Wenige Stunden später verunglückt Karl (37) in Graz

20 Jahre nach ihrer Jugendliebe fanden Nadine und Karl wieder zueinander. Im Juni heirateten sie, schmiedeten Pläne für ihre Zukunft. Nur wenige Wochen später verunglückte Karl bei der Arbeit in Graz. Nach 25 Tagen starb er.

von Leema Mohsenzada-Slaje Auf dem Foto auf www.5min.at sieht man Leema Mohsenzada-Slaje.
4 Minuten Lesezeit(776 Wörter)
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Es war ein Abschied, wie ihn Paare jeden Tag erleben. Am Morgen des 29. Juli 2026 gab Karl seiner Frau Nadine noch einen Kuss, während sie schlief. „Ich liebe dich“, soll er zu ihr gesagt haben. Danach machte sich der Braunauer auf den Weg zur Arbeit. Niemand konnte ahnen, dass es das letzte Mal sein würde, dass Nadine diese Worte von ihrem Mann hört. Nur rund acht Wochen zuvor, am 26. Juni, hatten sich die beiden das Jawort gegeben. Hinter ihnen lag eine ungewöhnliche Liebesgeschichte: Schon als Kinder hatten sie Gefühle füreinander. Später trennten sich ihre Wege, ehe sie rund zwei Jahrzehnte danach wieder zusammenfanden. Aus der Jugendliebe wurde erneut eine Beziehung und schließlich eine Ehe. Das gemeinsame Leben hatte gerade erst begonnen, als ein Arbeitsunfall in Graz alles veränderte.

Karl stürzt auf Grazer Baustelle rund vier Meter ab

Am 29. Juli gegen 10.15 Uhr verunglückte Karl bei seiner Arbeit in Graz, rund 330 Kilometer von seiner Heimat entfernt. Der Anwendungstechniker für Akustiksysteme stürzte auf einer Baustelle aus etwa vier Metern Höhe und erlitt dabei schwere Kopfverletzungen. Für seine Familie begann damit eine Zeit zwischen Hoffen und Bangen. Karl wurde intensivmedizinisch behandelt, künstlich beatmet und tief sediert. Nadine machte sich noch am selben Tag auf den Weg nach Graz. Von da an blieb sie bei ihrem Mann. Tag für Tag hoffte die Familie auf eine Wendung. Kleine Fortschritte wurden zu großen Hoffnungsschimmern: ein stabilerer Hirndruck, Reaktionen seiner Pupillen. Immer wieder gab es Momente, an denen sich seine Angehörigen festhielten. Doch auf bessere Phasen folgten neue Rückschläge. Zu den Folgen der schweren Kopfverletzung kamen laut Freunden weitere schwere gesundheitliche Komplikationen hinzu.

25 Tage lang hoffte seine Familie auf ein Wunder

Nadine gab ihren Mann während dieser Zeit nicht auf. Sie selbst lebt mit Multipler Sklerose und arbeitet deshalb nur Teilzeit. Auch die Vorstellung, dass Karl nach dem Unfall möglicherweise dauerhaft Unterstützung brauchen könnte, änderte für sie nichts. „Mein Mann hat mir nach meinen Schüben auch geholfen, wieder normal laufen zu lernen und hatte immer viel Geduld mit mir, als ich keine mehr hatte“, wird sie im Spendenaufruf zitiert. 25 Tage lang kämpfte Karl um sein Leben. Seine Frau war während dieser Zeit in Graz bei ihm und musste dafür immer wieder Unterkünfte organisieren. Doch sein Zustand verschlechterte sich schließlich dramatisch. Am 23. August 2026 starb Karl. Nadine und ihr Sohn waren bei ihm.

Ausgerechnet der 23. August

Dass Karl ausgerechnet an diesem Tag starb, macht den Verlust für seine Frau noch schwerer. Der 23. hatte für das Paar eine besondere Bedeutung. Jeden Monat soll Karl seiner Frau zu ihrem gemeinsamen Monatstag gratuliert haben. In seinen letzten Momenten war Nadine bei ihm. Im Spendenaufruf schildern Freunde, dass sie ihren Mann küsste und ihm noch einmal sagte: „Ich liebe dich über alles. Du warst so tapfer, ich bin so stolz auf dich.“ Nur acht Wochen zuvor hatten die beiden geheiratet.

Zuerst Jugendliebe, dann Ehemann

Dabei begann ihre gemeinsame Geschichte schon viel früher. Als Kinder trafen sich Karl und Nadine heimlich bei einem Weiher in ihrer Nachbarschaft und hielten Händchen. Später gingen sie getrennte Wege. Ganz vergessen hätten sie einander jedoch nie. Rund 20 Jahre später fanden sie wieder zusammen. Sie verliebten sich erneut, heirateten und planten ihre Zukunft. Diese Zukunft endete nach wenigen gemeinsamen Wochen auf tragische Weise.

„Jetzt gibt es das ,Später‘ einfach nicht mehr“

Wie schwer es ist, die Endgültigkeit zu begreifen, zeigen auch die Worte der 37-Jährigen. „Wir waren so glücklich, wollten noch so viel unternehmen, hatten so viele Pläne. Und jetzt gibt es das ,Später‘ einfach nicht mehr“, erzählt sie. Karl hinterlässt seine Frau und zwei Kinder. Als Witwe möchte sich Nadine selbst nicht bezeichnen. „Ich werde immer seine Frau bleiben“, sagt sie. Neben der Trauer steht die Familie nun auch vor finanziellen Sorgen. Zur Hochzeit kamen die Kosten der vergangenen Wochen in Graz, die Überführung und die Bestattung. Gleichzeitig fällt mit Karls Tod ein wichtiger Teil des Familieneinkommens weg.

Freunde wollen Nadine und ihren Kindern helfen

Freunde der Familie haben deshalb eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Das gesammelte Geld soll unter anderem bei den Bestattungs- und Überführungskosten sowie den laufenden finanziellen Belastungen helfen. Vor allem soll es Nadine und ihren Kindern etwas Zeit geben, um nach den vergangenen Wochen überhaupt begreifen zu können, wie sich ihr Leben verändert hat, hier geht es zum Link: https://www.gofundme.com/f/8-wochen-ehe-25-tage-kampf-jetzt-ist-sie-witwe.

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