Auf Orientierungs-App verlassen: Bergsteiger mussten gerettet werden
In den vergangenen Tagen wurde die Bergrettung Rauris mehrmals auf den Hohen Sonnblick gerufen.
Am Freitag, 4. September, gegen 20.30 Uhr erreichte die Einsatzleiter der Bergrettung Rauris heuer zum wiederholten Mal ein Notruf vom Hohen Sonnblick. Dieses Mal hatten sich zwei deutsche Staatsbürger im Alter von 26 und 42 Jahren kurz vor dem Gipfel des Hohen Sonnblicks (3.106 Meter Seehöhe, Goldberggruppe, Hohe Tauern) verstiegen und kamen mangels adäquater Gletscherausrüstung nicht mehr weiter.
App war wohl nicht so zuverlässig
Bergretter brachten sie noch in der gleichen Nacht sicher auf den Gipfel zum Zittelhaus. Die Beiden waren erst um neun Uhr vom Wallackhaus zur Überschreitung über den Klagenfurter Jubiläumsweg zum Sonnblick gestartet und hatten sich, was Wegbeschreibung und Wegdauer betrifft, auf eine Orientierungs-App verlassen, teilen die Bergretter weiter mit.
Nächtlicher Einsatz: Familie kam nicht nach Hause
Tags zuvor erreichte ein weiterer Notruf die Bergrettung. Eine Familie, die von Heiligenblut aufgestiegen war, hatte sich nicht zu Hause gemeldet. Die Angehörigen alarmierten daraufhin gegen 23 Uhr ebenfalls die Bergrettung. Diese konnte in den Nachtstunden klären, dass die Familie wohlbehalten am Zittelhaus angekommen war.
Weiterer Einsatz: Angst vor Abstieg
Wenige Tage zuvor waren die Retter mit weiteren Personen konfrontiert, die zwar den Aufstieg auf den Hohen Sonnblick über den Ostgrat geschafft hatten, sich aber den Abstieg über den steilen Grat nicht mehr zutrauten und ebenfalls den Notruf wählten, heißt es weiter.
Appell der Bergrettung
Die Bergrettung apelliert zum wiederholten Mal an die Eigenverantwortung der Bergsteiger, wird in einer Aussendung mitgeteilt. „Selbstüberschätzung, unzureichende Ausrüstung und mangelnde Tourenplanung sind die Hauptgründe für die sehr zahlreichen Bergeeinsätze. Die Ortsstelle Rauris verzeichnet heuer mit Ende August bereits so viele Einsätze wie noch nie zuvor“, heißt es abschließend.