ORF-Sommergespräch: Kickl macht bei Pensionen klare Ansage
Für Pensionistinnen und Pensionisten in Österreich schließt FPÖ-Chef Herbert Kickl eine Anhebung des Pensionsalters aus. Im ORF-„Sommergespräch“ sprach er außerdem über Klima, Wehrdienst, AfD und Migration.
Beim fünften und letzten ORF-„Sommergespräch“ 2026 rückte Herbert Kickl (FPÖ) die Pensionen ins Zentrum. Der FPÖ-Chef räumte ein, dass die geburtenstarken Jahrgänge, die bald in Pension gehen, eine Herausforderung seien. Bis 2035 dürfte der Höhepunkt dieser Entwicklung aus seiner Sicht aber überschritten sein. Ein höheres Pensionsantrittsalter lehnt er ebenso ab wie Einschnitte bei Pensionen. Pensionistinnen und Pensionisten dürften nicht zum „Bankomat der Nation“ werden, erklärte Kickl.
Anreize statt Zwang
Auch ein Modell mit 45 Arbeitsjahren bis zum Pensionsantritt überzeugte Kickl nicht. Er verwies im ORF auf körperlich und psychisch belastende Berufe wie Bodenleger, Installateure und Pflegekräfte. Nach Jahrzehnten im Beruf seien viele Beschäftigte nicht mehr in der Lage, einfach weiterzuarbeiten. Wer nach 65 freiwillig im Job bleiben könne und wolle, solle das hingegen dürfen. Dafür sprach sich Kickl für steuerliche Anreize aus.
Klima und Wehrdienst
Beim Klimaschutz warnte Kickl vor „Alarmismus“ und forderte mehr Gelassenheit. Die österreichische Klimaneutralität bis 2040 sieht er kritisch, weil sie aus seiner Sicht hohe Kosten verursache und die Wettbewerbsfähigkeit belasten könne. Auch beim Wehrdienst legte sich der FPÖ-Chef noch nicht auf eine Zustimmung zum Regierungsmodell fest. Die bisher präsentierte Lösung bezeichnete er als „faulen Kompromiss“. Für ein Gesamtpaket sei eine Zustimmung aber möglich, wenn aus seiner Sicht eine tragfähige Lösung zustande komme.
AfD und Identitäre
Den Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt bewertete Kickl positiv, Vergleiche zwischen AfD und FPÖ wies er zugleich zurück. Gemeinsamkeiten sieht er laut ORF-Gespräch etwa bei Asyl, Zuwanderung sowie Klima- und Energiepolitik, Unterschiede hingegen bei der Atomkraft. Berichte über Verbindungen von Teilen der FPÖ-Jugend zu den rechtsextremen Identitären bezeichnete er als „Verleumdungen“, so Kickl. Als rote Linien nannte er die Ablehnung der Demokratie, das Ziel eines autoritären Staates und die Akzeptanz politischer Gewalt.
Gesetz im Herbst
Beim Begriff Remigration blieb Kickl bei seiner Linie und kündigte für den Herbst einen entsprechenden Gesetzesvorschlag im Nationalrat an. Dieser könnte nach seinen Angaben auch im Verfassungsrang eingebracht werden. Trotz möglicher Ablehnung durch andere Parteien zeigte sich der FPÖ-Chef überzeugt, dass Forderungen seiner Partei später übernommen werden könnten. In der anschließenden ORF-Analyse wurde vor allem seine Abgrenzung zur AfD als überraschend bewertet. Politologe Peter Filzmaier führte Kickls Nein zu einem höheren Pensionsalter zudem auf die Bedeutung älterer Wählergruppen für die FPÖ zurück.