Vor Start der Tarantel-Zeit: Riesen-Spinnen schon über 40 Mal gemeldet
Im September bzw. im Herbst startet typischerweise die Zeit der großen Tarantel-Arten im Süden und Osten Österreichs. Doch schon davor wurden dem Naturschutzbund 2026 Sichtungen gemeldet, wie man gegenüber 5 Minuten erklärt.
Obwohl die meisten Sichtungen vor allem der Südrussischen Tarantel in Österreich erst zwischen Mitte September und Mitte Oktober erwartet werden, wurde sie und mit ihr gemeinsam die Schwarzbäuchige Tarantel im Jahr 2026 doch schon insgesamt 45 Mal bis Anfang September gesichtet – und daraufhin beim Naturschutzbund auch gemeldet, wie Naturschutzbund-Expertin Carolina Trcka-Rojas exklusiv gegenüber 5 Minuten erklärt. „Dieses Jahr wurden bereits 32 Sichtungen der Schwarzbäuchigen und 13 der Südrussischen Taranteln bei uns gemeldet“, so Trcka-Rojas.
Hast du Angst vor Spinnen?
Die Südrussische und Schwarzbäuchige Tarantel im Überblick:
Südrussische Tarantel:
- Körperlänge von bis zu vier Zentimetern
- größte Spinne Mitteleuropas
- warme, sandige Lebensräume mit spärlicher Vegetation
- häufig an Gewässerufern anzutreffen
- Vorkommen in Österreich: von der ungarischen Grenze im Burgenland über Wien bis zur tschechischen Grenze im niederösterreichischen Weinviertel
Schwarzbäuchige Tarantel:
- Körperlänge von bis zu zweieinhalb Zentimetern
- bevorzugt warme, trockene Regionen
- lebt auf vegetationsarmen Flächen mit sandigen oder steinigen Böden
- nördliche Verbreitungsgrenze ist im Süden Österreichs
- hierzulande im Burgenland, der Steiermark und in Kärnten zu finden
Sichtungshoch bei Südrussischer Tarantel kommt erst
Die Expertin weiß aber auch: „Die Südrussische Tarantel bekommt ihr ‚Sichtungshoch‘ nahe menschlicher Siedlungen aber meist erst Mite September bis Mitte Oktober, wir sind also gespannt wie viele Sichtungen noch hinzukommen. Bei der Schwarzbäuchigen Tarantel sind jetzt schon viele Meldungen aus dem Siedlungsraum.“ Als „besonders interessant“ bezeichnet sie die dieses Jahr westlichste Meldung der Schwarzbäuchigen Tarantel im unteren Gailtal in Kärnten – genauer gesagt in Stossau. „Extrem spannend auch die Meldung einer Schwarzbäuchigen Tarantel direkt in Eisenstadt, dem eigentlichen Gebiet der Südrussischen Tarantel“, so Trcka-Rojas gegenüber 5 Minuten.
Südlichste Südrussische Tarantel nicht gänzlich gesichert
Besonders spannend ist auch die südlichste Meldung für eine Südrussische Tarantel. Diese wurde nämlich ziemlich außerhalb ihres bisherigen Verbreitungsgebiet in der Natur in Heiligenbrunn (Bezirk Güssing, Burgenland) gemeldet. Die Meldung sei laut Trcka-Rojas aber nur plausibel. „Unsere Experten sind sich nicht sicher, ob es wirklich eine ist.“ Der Lebensraum wäre für die Südrussische Tarantel jedenfalls „geeignet“ und es könne in jedem Fall gesagt werden, dass es sich um eine Tarantelart handelt. Am Foto ist lediglich zu erkennen, wie das Tier gerade aus einem Loch in der Erde krabbelt.
Experten bitten darum, Sichtungen mit Fotos zu melden
Sollte man eine der beiden Spinnen nun gesehen haben, bittet der Naturschutzbund darum, Fotos zu machen und sie über die Onlineplattform naturbeobachtung.at oder die gleichnamige App zu melden. Die hochgeladenen Sichtungen werden anschließend von Experten bestimmt bzw. bestätigt. Trcka-Rojas hat im Gespräch mit 5 Minuten im Vorjahr bereits dazu geraten, Fotos von möglichst nahe, so scharf wie möglich und aus mehreren Winkeln zu machen.